Im Herzen Hamburgs, im Kreativhaus, treffen sich wöchentlich die Mitglieder des „Plattdüütsch Krink“. Hier wird mit viel Enthusiasmus versucht, die plattdeutsche Sprache am Leben zu halten, die sträflich oft in Vergessenheit gerät. Doch nicht nur im kreativen Austausch unter Gleichgesinnten wird die Sprache zelebriert, auch in der literarischen Welt gibt es Bestrebungen, das Plattdeutsche zu fördern. Eimsbütteler Nachrichten berichtet, dass der junge Schüler Ben mit seiner Klasse anlässlich des UNESCO Welttags des Buches den Bökerhöker besuchte, um echte Bücher zu entdecken, die man aufklappen kann. Die Kinder waren von der Vielfalt und den alten Schriften der Bücher beeindruckt und stellten fest, dass die Plattdeutsch-Literatur leider immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

Bei ihrem Besuch fragte Ben die Verkäuferin nach plattdeutschen Büchern und wurde enttäuscht, als er erfuhr, dass die Nachfrage gesunken ist. Ob die Meinung der Verkäuferin tatsächlich der Realität entspricht? Ben war überzeugt, dass er auch andere plattdeutsche Titel im Verkaufsregal entdecken müsse. Gemeinsam suchten sie im Computer nach Literatur in der niederdeutschen Sprache und fanden einige Schätze. Der Schüler plant sogar, ein plattdeutsches Buch anstelle hochdeutscher Lektüren zu lesen. Es fiel auch der Hinweis, dass plattdeutsche Bücher sich hervorragend als Geschenke zu Weihnachten eignen würden.

Ein Beitrag zum Erhalt der plattdeutschen Sprache

Eine kürzlich in Hamburg abgehaltene plattdeutsche Buchmesse unterstützt den Erhalt der Sprache als kulturelles Erbe und bringt Verlage zusammen, die neue Titel in plattdeutscher Sprache präsentieren. Deutschlandfunk Kultur hebt hervor, dass neben Krimis und Kinderbüchern auch Lehrwerke auf der Messe vorgestellt wurden. Angesichts der Tatsache, dass Plattdeutsch vom Aussterben bedroht ist – ähnlich wie Nordfriesisch und Niedersorbisch – liegen die Zeichen auf Veränderung. Immer weniger Menschen beherrschen diese schöne Sprache, weshalb solch Veranstaltungen immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Ein neuer Aspekt der Plattdeutschtums ist die Gründung eines PEN-Zentrums für die niederdeutsche und friesische Sprache im Jahr 2023. Dieser Zusammenschluss von Schriftstellern und Liedermachern soll die kulturelle Vielfalt und den Erhalt der regionalen Sprachen weiter fördern. Ein netter Anekdote am Rande: Das Schülerwort des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern wurde „Dösbaddel“, was so viel wie Tollpatsch oder verträumte Person bedeutet, und steht symbolisch für die Lebendigkeit der plattdeutschen Sprache.

Die Bemühungen um eine revitalisierte Nutzung der plattdeutschen Literatur zeigen ein positives Licht auf eine Sprache, die zu den norddeutschen Kulturgütern gehört. Es gibt viele Möglichkeiten, das Plattdeutsche wieder hoch im Kurs zu bringen – sei es durch regelmäßige Lesungen, verbesserte Verfügbarkeit in Buchhandlungen oder durch die Unterstützung in Schulen. Der ungebrochene Enthusiasmus der „Plattdüütsch Krink“-Mitglieder ist ein weiterer Hoffnungsschimmer und zeigt, dass es noch lange nicht zu spät ist, das kulturelle Erbe der plattdeutschen Sprache in Hamburg zu beleben.