Was für ein Aufsehen hat der Vorfall um den Wolf in Altona verursacht! In der vergangenen Woche sorgte ein Wolf für Schlagzeilen, als er eine 65-jährige Frau angriff und sie dabei im Gesicht verletzte. Die betroffene Frau wollte dem Tier helfen, in der Annahme, dass es sich um einen verirrten Hund handelte, und wurde unvermittelt gebissen. Dieser Vorfall ereignete sich in der Einkaufsmeile Große Bergstraße. Anschließend flüchtete der Wolf und wurde schließlich in der Binnenalster am Jungfernstieg von der Polizei entdeckt und aus dem Wasser gerettet. Dabei blühten die gemischten Reaktionen: Einige Experten zweifelten an der Darstellung des Bisses und vermuteten, dass es sich eher um einen Hieb oder sogar ein Umrennen mit der Pfote handelte, so NDR.
Nach einer kurzen Unterbringung im Wildpark Klövensteen wurde der junge Wolf nun, nach einer Behandlungszeit, wieder in die Freiheit entlassen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte, dass die Auswilderung des Wolfes gut überlegt sei. Es standen mehrere Optionen zur Wahl: Auswilderung, Umsiedlung in einen Wildpark oder sogar die Einschläferung. Über die Osterfeiertage wurde an einer Lösung gearbeitet, und am Ostersonntagabend wurde der Wolf schließlich mit einem Sender ausgestattet, bevor er wieder in die Natur entlassen wurde. Die Maßnahmen rund um das „Life Wild Wolf“-Projekt sollen gewährleisten, dass der Wolf länderübergreifend überwacht wird, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.
Wölfe und ihre Zukunft in der Stadt
Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, nicht nur für den Wolf, sondern auch für die Bürger. Experten weisen darauf hin, dass es in dem Gebiet, in dem der Wolf freigelassen wurde, bereits ein Wolfsrudel gibt. Diese Situation könnte für den jungen Wolf gefährlich werden. Glücklicherweise ist der Wolf nicht geschlechtsreif, was die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs durch das Rudel verringert. Fegebank unterstrich die rechtssichere Lösung der Auswilderung, die sowohl die Sicherheit der Bürger als auch das Tierwohl im Blick hat.
Dennoch bleibt der Vorfall ein „Präzedenzfall“ für Mensch-Wolf-Begegnungen in Deutschland, wie es Fegebank formulierte. Raoul Reding, der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, äußerte sich ebenfalls zu der Situation und erklärte, dass Wolfsrudel zwar in der Stadtnähe existieren, diese jedoch nicht zu ihrem klassischen Lebensraum gehören. Es wird vermutet, dass der Wolf sich verirrt hat und unter Stress stand, was sein auffälliges Verhalten erklären könnte.
Im Hinterkopf bleibt auch der Gesundheitszustand der 60-jährigen Frau, die nach ambulanter Behandlung im Universitätsklinikum Eppendorf wieder entlassen wurde. Die Umweltbehörde Hamburg ist zwar über die Vorfälle informiert, hat jedoch keinen Anlass gefunden, die Auswilderung als unangemessen zu erachten.
Die Diskussion um den Wolf in Hamburg zeigt deutlich die Spannungen zwischen Naturschutz und öffentlicher Sicherheit, die in urbanen Gebieten, wo wildlebende Tiere nicht alltäglich sind, immer wieder aufkommen. Die Frage bleibt: Wie geht es weiter mit diesem „Problem-Wolf“ und seiner Art in der Stadt?