CCH Concept-Cycles Hamburg, ein bekannter Fahrradhändler mit Filialen in Blankenese, am Jungfernstieg und einem Servicezentrum in Barmbek, hat alle Standorte geschlossen. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. März 2023 vom Amtsgericht Hamburg eröffnet. Von der Schließung sind 16 Mitarbeiter betroffen, die nun ihre Jobs verloren haben. Geschäftsführer Hendrik Schmidt bezeichnete die Situation als „schweren Schlag“ für die Firma und deren Kunden, die nun ohne ihren Servicepartner dastehen.
Durch den Erfolg der Fahrradbranche während der COVID-19-Pandemie 2020 stieg die Nachfrage sprunghaft an. Viele Menschen entdeckten Fahrräder als Freizeitalternative und Transportmittel. Doch als die Nachfrage wieder einbrach, konnten die Händler und Hersteller die Überbestellungen nicht mehr verkraften. Laut der Analyse von MTB News sind mehrere Unternehmen in der Fahrradbranche deshalb in die Insolvenz geraten, darunter bekannte Namen wie YT Industries und Rocky Mountain.
Herausforderungen auf dem Fahrradmarkt
Die Schwierigkeiten von CCH Concept-Cycles sind nicht isoliert. Der Fahrradmarkt hat die Nachwirkungen des Corona-Booms zu spüren bekommen: Hohe Lagerkosten und steigende Personalkosten haben auf die wirtschaftliche Stabilität gedrückt. Schmidt kündigte an, neue Konzepte entwickeln zu wollen, um vielleicht das Servicecenter in Barmbek wieder zu beleben. Bis dahin können Kunden weiterhin die erste Filiale in Kiel besuchen.
- Hohe Lagerkosten und E-Bikes: Ein besonderes Augenmerk liegt auf den E-Bikes, die aufgrund von Überangeboten und gesunkenen Preisen unter Druck stehen.
- Wirtschaftlicher Rückgang: 2024 fiel der Umsatz des deutschen Fahrradmarktes um 10% auf 6,3 Milliarden Euro. Auch europaweit wird ein Rückgang von 6% auf 18,1 Milliarden Euro erwartet.
- Kundenauswahl: Während die Nachfrage nach E-Bikes nach wie vor hoch ist, ist der Absatz mechanischer Fahrräder europaweit gesunken.
Die EY-Studie vom Jahr 2025 zeigt, dass die Verkaufszahlen von E-Bikes in Deutschland um 2% auf 2,0 Millionen schrumpften, was einen Umsatzrückgang von 12% zur Folge hatte. Dennoch ist der Umsatz mit E-Bikes nach wie vor bei 5,4 Milliarden Euro. Auch wenn die Vielfalt an Angeboten vorerst sinkt, ist das Interesse an Fahrrädern und speziell E-Bikes langfristig betrachtet nach wie vor hoch, was Hoffnung für eine Marktbelebung mit sich bringt.
Zwischenzeitlich hat sich die Lage in der Fahrradbranche insgesamt verbessert, da einige der insolventen Unternehmen in der Lage waren, Investoren zu finden und wieder aktiv zu werden. Dies deutet darauf hin, dass die Branche vielleicht mit einem langsameren, aber stetigen Wachstum rechnen kann, insbesondere in Anbetracht der Mobilitätswende und des anhaltenden Interesses an Fahrrädern als umweltfreundlichem Fortbewegungsmittel.
Angesichts der Herausforderungen, die CCH Concept-Cycles und andere Fahrradhändler derzeit meistern müssen, bleibt abzuwarten, wie sich der Markt weiter entwickeln wird. Fahrerlebnisse und die Umstellung auf eine stärker digitalisierte Verkaufsstrategie könnten entscheidend für die Zukunft der Branche sein.