Am 22. Februar 2026 blicken wir zurück auf eine bedeutende Episode in der Geschichte des Bobsports, die sich vor genau 90 Jahren ereignete. An diesem Tag gewann ein deutsches Team Gold im Viererbob bei den Olympischen Spielen. Ein Mitglied dieses Teams war Wolfgang Kummer, der 1936 an den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen teilnahm. Leider verlief das Rennen nicht wie erhofft: Kummer und seine Teamkollegen Walter Trott, Fritz Vonhof und Rudolf Werlich stürzten im Wettbewerb und konnten dem davonfahrenden Bob nicht mehr hinterherlaufen. Deutschland I belegte den siebten Platz, während das Gold an die Schweiz ging. Diese Olympiapleite war nicht das letzte Kapitel in Kummers sportlicher Laufbahn, denn bereits 1935 sicherte sich das Team die deutsche Meisterschaft im Viererbob, und Kummer wurde ein Jahr später erneut deutscher Meister.
Das Missgeschick bei den Olympischen Spielen war jedoch nur ein kleiner Teil von Kummers bewegtem Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ er seine Frau und seine sechs Kinder und zog in die DDR, wo er in kriminelle Geschäfte verwickelt war. Kummer nahm Geld an, ohne Waren zu liefern, was schließlich zu einem Haftbefehl führte. In der Not floh er in die Bundesrepublik Deutschland und ließ sich in Köln nieder, wo er eine neue Partnerschaft einging und einen Sohn bekam. Zu seinen Kindern aus erster Ehe hatte er keinen Kontakt mehr und schloss die Tür vor einem seiner Söhne. Wolfgang Kummer starb 1988 im Alter von 74 Jahren und wurde auf dem Kölner Melatenfriedhof beerdigt. Sein Grab ist auch heute noch auf der Internetseite „Find a Grave“ dokumentiert, wo ein Zettel des Friedhofsamts auf abgelaufene Nutzungsrechte hinweist (Express, Wikipedia).
Die Geschichte des Bobsports in Deutschland
Der Bobsport hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht. Die ersten Bob-ähnlichen Gefährte wurden von Engländern entwickelt, und Carl Benzing baute 1901 den ersten deutschen Bob, bekannt als „Schwarzer Peter“. Seit den Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix gehört der Bobsport zum olympischen Programm. Besonders bemerkenswert ist, dass Frauen 2002 in Salt Lake City in den Bobsport integriert wurden und der Monobob der Frauen 2022 in Peking sein Debüt feierte.
Deutschland hat in der Bobsport-Geschichte viele bedeutende Athleten hervorgebracht, darunter Meinhard Nehmer, Wolfgang Hoppe und Christoph Langen. Diese Athleten trugen zur starken Bilanz des deutschen Bobsports bei, die insgesamt 52 Medaillen bei Olympischen Spielen umfasst, davon 22 Goldmedaillen. Die Geschwindigkeiten im Bobsport erreichen bis zu 150 km/h, und die Athleten müssen Fliehkräfte von bis zu 5G bewältigen. Sicherheit hat dabei stets höchste Priorität, insbesondere auf deutschen Bahnen, wo auch die Weltcup-Rennen stattfinden. Die Bahn in Königssee, die 2021 durch einen Erdrutsch beschädigt wurde, soll bis zur Saison 2025/26 wiederhergestellt werden (Team Deutschland).
Wolfgang Kummers Schicksal spiegelt die Höhen und Tiefen wider, die nicht nur im Sport, sondern auch im Leben vieler Athleten zu finden sind. Seine Leistungen im Bobsport sind Teil einer lange Tradition, die auch in Zukunft von neuen Athleten fortgeführt wird.