Das Restaurant „Silo16“ in Hamburg schließt seine Pforten. Die Betreiber Renzo und Violetta Ferrario haben sich entschieden, das Lokal, das seit über einem Jahrzehnt als Gastro-Institution im Harburger Binnenhafen gilt, dauerhaft zu schließen. Die Schließung trat am Ende Januar 2026 in Kraft und markiert das Ende von 13 unvergesslichen Jahren, in denen das Silo16 für seine gehobene italienische Küche bekannt war. Zu den beliebten Gerichten zählten Flamm-Pizza, hausgemachte Tagliatelle sowie Rinderfilet. Das Restaurant war nicht nur ein Ort für kulinarische Genüsse, sondern auch ein beliebter Veranstaltungsort für besondere Anlässe wie Taufen, Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen.

Die Ferrarios bedanken sich in ihrer Abschiedsbotschaft bei den Gästen für ihr Vertrauen und ihre Treue. Sie betonen ihre Dankbarkeit für die gemeinsamen Erinnerungen und Begegnungen, die sie über die Jahre sammeln konnten. Violetta Ferrario, die auch die Deckenbemalung im Restaurant nach dem Vorbild der Gemälde Michelangelos gestaltet hat, äußert, dass die Schließung sie emotional sehr trifft. „Wir haben viel Herz und Leidenschaft in das Silo16 gesteckt“, sagte sie. Die letzten beiden Abende am 30. und 31. Januar waren ausgebucht, und viele Stammgäste kamen zur Verabschiedung.

Hintergründe zur Schließung

Im Herbst 2025 musste das Silo16 Insolvenz anmelden. Obwohl ein Investor gefunden wurde, der das Lokal retten wollte, lehnte der Vermieter den neuen Mietvertrag ohne Angabe von Gründen ab. Die Ferrarios empfanden den neuen Mietvertrag, der sie fünf weitere Jahre an die Location gebunden hätte, als zu lang. Seit dem Ende der Coronapandemie hat sich die wirtschaftliche Lage der Gastronomie erheblich verschlechtert. Die Betreiber möchten nun kürzer treten und ihr Leben genießen, insbesondere da Renzo Ferrario seit 2,5 Jahren in Rente ist.

Die Schließung des Silo16 ist kein Einzelfall. Viele Gastronomiebetriebe in Deutschland haben in den letzten Jahren aufgegeben, insbesondere aufgrund der finanziellen Belastungen, die durch die Coronapandemie entstanden sind. Während die Zahl der Cafés und Bars 2023 fast das Vorpandemie-Niveau erreicht hat, bleibt die Anzahl der Restaurants und Kneipen hinter den Werten von 2019 zurück. Gastronomieexperten berichten von einem „Gasthaussterben“ in Deutschland, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Schließungsrate in den letzten Jahren alarmierend gestiegen ist.

Die ungewisse Zukunft der Räumlichkeiten

Was die Zukunft des Silo16 betrifft, so bleibt unklar, ob Gastronomie oder eine andere Nutzung in die Räumlichkeiten am Harburger Binnenhafen einziehen wird. Die Ferrarios haben momentan keine Pläne, ein neues Restaurant zu eröffnen, da die wirtschaftliche Lage schwierig bleibt. Die Schließung des Silo16 ist nicht nur ein Verlust für die Betreiber, sondern auch für die Gemeinschaft, die über die Jahre eine Verbindung zu diesem besonderen Ort aufgebaut hat.

Die Schließung des Silo16 verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Gastronomiebranche steht, und ist Teil eines größeren Trends, der sich in den letzten Jahren abgezeichnet hat. Die hohen Preise für Energie, Miete und Lebensmittel sowie der angehobene Mindestlohn setzen viele Gastronomiebetriebe unter Druck. In Städten sehen wir zwar oft neue Betreiber in geschlossene Lokale einziehen, während ländliche Gasthöfe häufig dauerhaft schließen müssen. Die Branche wird laut Experten noch mindestens zwei Jahre benötigen, um sich von den Auswirkungen der Pandemie zu erholen, was die Lage zusätzlich kompliziert.