In Hamburg sorgt ein Warnstreik der Gewerkschaft ver.di für erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr. Betroffen sind insbesondere die Hochbahn-Busse im Osten Hamburgs. Der Streik begann heute um 3 Uhr und wird bis Freitag, 3 Uhr, andauern. Mitarbeitende der Betriebshöfe in Wandsbek, Billbrook und Hammerbrook legen während dieser Zeit die Arbeit nieder. Voraussichtlich fallen viele Busse aus, wobei von 30 betroffenen Linien die Hälfte stillsteht. Zu den betroffenen Buslinien zählen unter anderem die Linien 8, 9, 10, 11, 27, 116, 118, 160, 162, 167 und viele mehr. Alle nicht genannten Buslinien sowie Schulbuslinien werden jedoch wie gewohnt nach Fahrplan fahren.

Die Hochbahn hat angekündigt, am Donnerstagmorgen die Möglichkeit zu prüfen, weitere Buslinien zu betreiben. Während die U-Bahnen und Fähren der HADAG normal verkehren, bleibt der Hintergrund des Warnstreiks die anhaltenden Tarifverhandlungen. Ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent, eine 35-Stunden-Woche und Urlaubsgeld. In der letzten Verhandlungsrunde hat die Hochbahn kein Angebot vorgelegt, während die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) ein als unzureichend empfundendes Angebot unterbreitet haben. Die nächsten Verhandlungen sind für den 20. und 24. Februar geplant.

Weitere Details und betroffene Linien

Zusätzlich zu den bereits genannten Informationen sind auch die Betriebshöfe Alsterdorf, Hummelsbüttel und Langenfelde betroffen. Insgesamt fallen 37 von 112 Buslinien komplett aus. Zu den vollständig betroffenen Linien gehören die Linien 4, 5, 6, 7, 17 und viele mehr. Auch auf anderen Linien kann es zu instabilen Teilbetrieben kommen, was die Fahrgäste vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Schulbusse sollen weiterhin fahren, was für die betroffenen Schüler eine gewisse Erleichterung darstellt.

Ver.di fordert nicht nur eine Lohnerhöhung, sondern auch eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Die VHH hat ähnliche Forderungen, darunter ebenfalls eine 35-Stunden-Woche und Urlaubsgeld in Höhe eines halben Monatslohns. Die Verhandlungen für VHH sind für den 26. Februar angesetzt. Währenddessen können Fahrgäste Informationen über betroffene Linien auf der HVV-App, auf hvv.de und hochbahn.de finden.

Kontext der Tarifverhandlungen

Die aktuellen Warnstreiks sind Teil eines größeren Kontextes, in dem im öffentlichen Dienst der Länder nach drei Verhandlungsrunden eine Tarifeinigung erzielt wurde. Diese Einigung betrifft 925.000 Tarifbeschäftigte und wurde von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verhandelt. Die Einigung umfasst Gehaltserhöhungen in mehreren Schritten und die Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten an die West-Regelungen. Auch wenn Hessen separat verhandelt, zeigt das gesamte Geschehen, wie wichtig die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind. Ursprünglich forderten die Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung von 7 Prozent und eine kürzere Laufzeit.

Insgesamt ist die aktuelle Streikaktion nicht nur ein Zeichen für die Unzufriedenheit der Mitarbeitenden, sondern auch ein wichtiger Schritt in den anhaltenden Verhandlungen über faire Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütung im öffentlichen Nahverkehr.