Die Ehemalige Deponie Neusurenland in Hamburg ist seit geraumer Zeit ein heikles Thema, das sowohl Anwohner als auch politische Entscheidungsträger beschäftigt. Die Anlage, die sich in Farmsen-Berne erstreckt und eine Fläche größer als sechs Fußballfelder umfasst, wurde bis 1966 mit einer Mischung aus Industrieabfällen, Bauschutt und Müll gefüllt. [NDR] berichtet, dass der Boden bis in eine Tiefe von zehn Metern mit Schadstoffen wie Arsen und giftigen Kohlenwasserstoffen verseucht ist. Trotz dieser alarmierenden Verunreinigungen geben die Behörden Entwarnung: Die Deponie produziert zwar Gase, die jedoch keine Gefahr für die Nachbarschaft darstellen.

Die Bezirksversammlung Wandsbek hat kürzlich Maßnahmen ins Leben gerufen, um Klarheit über die Nutzungsmöglichkeiten des belasteten Geländes zu schaffen. Dabei stehen wichtige Themen zur Diskussion, wie die Überwachung von Sickerwasser, die Flussrichtung und die Schadstoffmessungen. Eine potenzielle zukünftige Nutzung des Geländes als Wohnraum oder Parkfläche wird ebenfalls erörtert.

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Überwachung und Sanierungsvarianten

Seit vielen Jahren wird die Altablagerung Neusurenland kontinuierlich durch regelmäßige Gas- und Grundwasseruntersuchungen überwacht, sodass die gegenwärtige Nutzung, wie hamburg.de erläutert, gefahrlos möglich ist. Um alternative Nutzungen, speziell Wohnungsbau, zu prüfen, waren allerdings weitergehende Untersuchungen erforderlich. Im Sommer 2018 führten Fachleute Bohrungen über die gesamte Fläche der Altablagerung durch, um die Ausdehnung, Tiefe und den Aufbau des Geländes zu klären. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden derzeit in einer technischen Machbarkeitsstudie zur Sanierung betrachtet, die vier verschiedene Sanierungsvarianten vorsieht.

Sanierungsvarianten
1. Komplettaushub des Altablagerungsmaterials für Wohnbebauung
2. Teilbebauung des östlichen Teils (Rasensportplätze) und Beibehaltung der Schulsportplätze und BMX-Bahn
3. Teilbebauung des erweiterten östlichen Teils (Rasensportplätze plus BMX-Bahn) und Beibehaltung der Schulsportplätze
4. Nutzung der gesamten Fläche als Sport- und Freizeitgelände mit Grünnutzung im östlichen Teil

Die Deponie hat ein geschätztes Volumen von ca. 450.000 Kubikmetern, überwiegend aus mineralischem Material und flüssigen Industrieabfällen. Die Schadstoffbelastung ist komplex, mit Mineralölkohlenwasserstoffen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen als Hauptkomponenten, und weiterhin kommen Schwermetalle und in geringerem Maß polychlorierte Biphenyle vor. Trotz der Altlasten sieht die Behörde derzeit keine Gefährdung für die öffentliche Gesundheit.

Ausblick und weitere Maßnahmen

Langfristig wird ein relevantes Deponiegaspotenzial erwartet, das bei unversiegelten Flächen in die Atmosphäre entweichen kann. Hier sind weitere Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Die Detailerkundung von 2018 ergab zudem erhöhte Konzentrationen von Methan, Kohlendioxid und weiteren Substanzen, die kontinuierlich überwacht werden müssen. Dennoch können die ermittelten Gaskonzentrationen in den Schächten keine akute Gefahr für Anwohner darstellen.

Das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) definiert Altlasten als stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen und Grundstücke, auf denen umweltgefährdende Stoffe behandelt, gelagert oder abgelagert wurden, wie Umweltbundesamt erklärt. Dies zählt auch für die Altablagerung Neusurenland, deren Sanierung es gilt, mit einem klugen und kostentransparenten Ansatz zu meistern.

Die Planung und Diskussion rund um das Deponiegelände bleiben spannend. Die Aktualität des Themas zeigt sich auch in den bevorstehenden Beratungen der Bezirksversammlung und den weiteren Schritten auf dem Weg zu einer potenziellen Sanierung oder neuen Nutzungsmöglichkeiten.