Eine dunkle Wolke schwebte über Europa, als sich die Ereignisse des Jahres 1939 zuspitzten. Am 31. März 1939 verkündeten Großbritannien und Frankreich, dass sie die Unabhängigkeit Polens unter allen Umständen verteidigen würden. Diese Garantie war ein entscheidender Schritt in der geopolitischen Entwicklung, die in den folgenden Monaten alles ändern sollte. Zu dieser Zeit war sich sicherlich noch niemand der katastrophalen Folgen dieser Zusicherung bewusst, denn nur wenige Monate später würde der Krieg in vollem Gange sein.
Der erste große Schritt in diese Richtung war die Unterzeichnung des sogenannten Hitler-Stalin-Pakts am 23. August 1939. Die Außenminister Joachim von Ribbentrop und Wjatscheslaw Molotow schlossen einen Vertrag, der beide Staaten zur Neutralität im Falle eines Krieges verpflichtete, auch wenn die Aggression von einem der Unterzeichner ausging. Ein geheimes Zusatzprotokoll regelte die Aufteilung Polens und des Baltikums in Interessensphären zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Kaum jemand konnte ahnen, dass dieser Pakt den Boden für den Überfall auf Polen bereiten würde, der am 1. September 1939 beginnen sollte, als die deutsche Wehrmacht in einem Blitzkrieg gegen das Nachbarland vorstieß.
Der Überfall auf Polen
Dieser Überfall begann um 4:45 Uhr mit dem Beschuss der Westerplatte durch das Linienschiff „Schleswig-Holstein“. An diesem entscheidenden Morgen hatte Hitler bereits die Ankündigung seinen Befehlshabern gegeben und die militärische Überlegenheit der Wehrmacht deutlich gemacht. Mit 57 Divisionen und 1.107 Flugzeugen war das deutsche Heer den polnischen Streitkräften in Rüstungstechnik und Beweglichkeit weit überlegen. Wenig später trat auch die Rote Armee am 17. September 1939 in Polen ein, um gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt Ostpolen zu besetzen.
Die Zerschlagung Polens war brutal und rücksichtslos. Die Wehrmacht führte einen Bewegungskrieg, und die Florataktiken der Luftwaffe und des Heeres ermöglichten es, alle polnischen Verteidigungslinien innerhalb einer Woche zu durchbrechen. Vor allem in der Kesselschlacht bei Radom erlitten die Polen erhebliche Verluste, während die deutsche Seite nur mit 10.600 Gefallenen rechnen musste. Am 27. September 1939 capitulierte Warschau, und am 6. Oktober waren die letzten polnischen Truppen in den Kampfhandlungen besiegt.
Die Folgen des Überfalls
Die Besetzung Polens hatte weitreichende Folgen: die polnische Staatsführung floh nach Rumänien und wurde dort interniert. General Władysław Sikorski war es, der in Paris eine Exilregierung bildete, während die besetzten Gebiete unter deutscher Okkupation litten und ausgeplündert wurden. Teile des Landes wurden schließlich als Reichsgaue ins Deutsche Reich eingegliedert. Die „Einsatzgruppen“ wurden aktiv, um gegen die polnische Bevölkerung vorzugehen, was die humanitären Kosten dieses Krieges weiter ansteigen ließ.
Das Jahr 1939 bringt nicht nur den Überfall auf Polen, sondern auch eine Reihe weiterer entscheidender Ereignisse mit sich: Nach der Alarmierung im Januar 1939 kam es zur Ausweitung des Pflichtjahres für arbeitslose, ledige, weibliche Jugendliche. Im Februar wurde das Schlachtschiff Bismarck in Hamburg vom Stapel gelassen. Und im März konnte Hitler eine komplette Zerschlagung der Tschechoslowakei verzeichnen. Dies alles spiegelte die aggressive und expansionistische Außenpolitik Deutschlands wider, die schließlich in einem umfassenden Zweiten Weltkrieg mündete, dessen Schatten noch viele Jahre über Europa liegen sollten.
Die Seite der wesentlichen Ereignisse in diesem Jahr ist damit eine der instabilen geopolitischen Interessen, die durch das geheime Abkommen zwischen Hitler und Stalin und den dramatischen Wechsel der politischen Landschaft hervorgerufen wurden. So wurde der Überfall auf Polen nicht nur als einer der Marksteine der Kriegsgeschehnisse erkannt, sondern auch als der Anfang eines Konfliktes, der Millionen von Leben kosten sollte und dessen Nachwirkungen noch lange spürbar sein würden.
Für weitere Informationen zu diesen historischen Ereignissen kann Wikipedia, DHM und bpb.de konsultiert werden.



