Heute wird es für die Fahrgäste im Hamburger Nahverkehr spannend. Die Gewerkschaft ver.di hat einen Warnstreik ausgerufen, der von heute 3 Uhr bis Freitag 3 Uhr andauert. Betroffen sind vor allem die Hochbahn-Busse im Osten Hamburgs, was zu erheblichen Einschränkungen im Busverkehr führt. Laut NDR schlagen die Mitarbeitenden der Betriebshöfe in Wandsbek, Billbrook und Hammerbrook die Arbeit nieder.
Insgesamt fallen von den 30 betroffenen Linien rund die Hälfte komplett aus. Die beliebte Buslinientabelle zeigt unter anderem: Die Linien 8, 9, 10, 11, 27, 116, 118, 160, 162, 167, 255, 260, 263, 368, 608, X35, sowie alle anderen nicht genannten Buslinien laufen normal nach Fahrplan. Lediglich die Schulbuslinien sind nicht betroffen.
Einschränkungen und Übersicht der betroffenen Buslinien
Neben der Hochbahn ist auch die VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) betroffen, wie die MOPO berichtet. In den Betriebshöfen Alsterdorf, Hummelsbüttel und Langenfelde erwartet man ebenfalls eine hohe Streikbeteiligung. Dabei fallen 37 von 112 Buslinien ganz aus. Hier einige vollständig betroffene Linien:
- 4, 5, 6, 7, 17, 18, 19, 20, 24, 26, 30, 37
- 111, 115, 170, 172, 174, 176, 177, 179, 181, 183
- 214, 218, 270, 276, 277, 292, 375, 391, 603, 606
- 607, 613, 616, 617, 624, X86
Einige Linien wie 12, 16, 23, 25, 28, 31, 105, 150, 168, 171, 180, 191, 250, X22 und X27 könnten unter instabilem Teilbetrieb leiden, was für die Fahrgäste eine echte Herausforderung darstellt. Glücklicherweise fahren die U-Bahnen und Fähren der HADAG regulär.
Hintergründe und Forderungen
Der Hintergrund dieses Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen, bei denen ver.di eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent fordert. Bisher hat die Hochbahn kein konkretes Angebot vorgelegt, und auch die Vorschläge von VHH sind für die Gewerkschaft nicht ausreichend. Neben der Lohnerhöhung fordern die Beschäftigten unter anderem eine 35-Stunden-Woche und ein Urlaubsgeld. Dies wurde am Rande der Verhandlungen erwähnt, die für den 20. und 24. Februar anstehen.
Im vergangenen Jahr gab es in Hamburg über 100 angezeigte Fälle bezüglich der Arbeitsbedingungen, und viele Mitarbeitende wünschen sich bessere Schulungen. Finanzsenator Dressel hat zudem den steigenden Spar-Druck in diesem Kontext betont. In einem zukunftsorientierten Schritt wird in Meiendorf auch über einen Elektrobus-Betriebshof nachgedacht, der durch Solarstrom versorgt werden könnte.
Für die Fahrgäste der Hochbahn und VHH bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln. Durch die hohe Streikbeteiligung, laut NDR über 80 Prozent bei der Hochbahn und fast 90 Prozent bei VHH, ist der Druck auf die Arbeitgeber spürbar. Die nächste Verhandlungsrunde könnte entscheidend für eine zeitnahe Lösung sein, die sowohl die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten als auch die Perspektive der Fahrgäste in Hamburg betrifft.