In Hamburg sorgt die Nachricht von der Schließung der Arztpraxis-Kette Miamedes für große Besorgnis. Recherchen von NDR bestätigen, dass Miamedes offenbar seinen Betrieb eingestellt hat, und das hat weitreichende Folgen für die Patienten. Die Internetseite ist nicht mehr zugänglich, und die Telefonnummern sind abgestellt. Tausende Hamburger müssen nun um ihre medizinische Versorgung bangen, besonders in Stadtteilen wie Steilshoop, wo die Versorgung von bis zu 5.000 Menschen gefährdet ist.

Der Geschäftsführer scheint unerreichbar, und auch die Gesundheitskreise bestätigen die besorgniserregende Situation. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Politik stehen in der Verantwortung, hier schnell zu handeln. Ein Hausarzt aus der Region hat bereits seine Stimme erhoben und fordert, dass die Situation für die betroffenen Patienten nicht länger ignoriert werden darf. Zuletzt hatte Miamedes zwischen 10 und 15 Arztsitze für Kassenpatienten in Hamburg zur Verfügung gestellt, doch die Ungewissheit darüber, ob und wie diese Arztsitze wieder besetzt werden können, lässt viele im Ungewissen.

Schwierige Zeiten für Patienten

Wie die Freie Ärzteschaft berichtet, sind die Praxen in Lohbrügge und Bergedorf ebenfalls auf unbestimmte Zeit geschlossen. Patienten suchen verzweifelt nach neuen Möglichkeiten für Behandlungen, Rezepte und Überweisungen, während an den Praxistüren nur der Hinweis „bis auf Weiteres geschlossen“ prangt. Diese Weichenstellungen kommen nicht von ungefähr, Miamedes war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hat ein onkologisches Großpraxis-Konstrukt übernommen, das ebenfalls in der Krise steckt.

Die aktuelle Lage spiegelt sich auch in den sozialen Medien wider, wo Patienten ihre Sorgen und Fragen posten. Während die Politik oft wenig über die Ursachen solcher Schließungen spricht, sind es gerade die bestehenden Probleme in der medizinischen Versorgung, die schwer wiegen. Häufigere Schließungen sind in den letzten Jahren zu beobachten, was an den niedrigen Auszahlungsquoten und den schlechten Arbeitsbedingungen in freiberuflichen Praxen liegen könnte. Das hat zahllose Hausarztpraxen in den Verkauf an MVZ-Ketten getrieben.

Die Zukunft der medizinischen Versorgung

Die AOK gibt an, dass Medizinische Versorgungszentren (MVZ) inzwischen eine bedeutende Rolle in der Gesundheitsversorgung übernehmen. Sie können von niedergelassenen Ärzten, zugelassenen Krankenhäusern oder sogar von Gemeinden gegründet werden, um die medizinische Versorgung regional zu stärken. MVZ bieten eine patientenorientierte Versorgung aus einer Hand, und unter ärztlicher Leitung arbeiten verschiedene Fachkräfte zusammen.

Allerdings zeigt die Entwicklung rund um Miamedes, dass auch diese Einrichtungen nicht vor der finanziellen Misere sicher sind. So wurde Miamedes, das 2018 gegründet wurde und sich auf die Übernahme von Praxissitzen im ärmeren Osten Hamburgs spezialisiert hat, zuletzt von einer wahren Welle der Schließungen betroffen. Im Februar 2025 schlossen mehrere Praxen in der Stadt unangekündigt, wodurch eine noch nie dagewesene Unsicherheit für viele Patienten entstand.

Die Lehre aus dieser Situation ist klar: Die ambulante Versorgung in Hamburg braucht dringend Unterstützung, damit solche Schicksale nicht zur Normalität werden. Die politische Einordnung dieser Herausforderungen ist essenziell, um die flächendeckende Gesundheitsversorgung zu sichern und zu gewährleisten, dass die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft gut betreut werden.