Weihnachtsmarkt Rahlstedt wird nach zwei Jahren wieder abgesagt!
Der Weihnachtsmarkt in Hamburg-Rahlstedt fällt 2025 aus, da die Einnahmen der Standbetreiber nicht ausreichen.

Weihnachtsmarkt Rahlstedt wird nach zwei Jahren wieder abgesagt!
Die Weihnachtsmärkte gehören in Hamburg einfach zur Adventszeit wie Lebkuchen zu den Feiertagen. Heuer gibt es jedoch für den Weihnachtsmarkt „Winterterrassen“ in Rahlstedt keine festliche Stimmung: Er wird nach zwei Jahren wieder eingestellt. Organisiert vom „Rahlstedter Netzwerk“, wurde dieser Markt erst 2023 nach einer 27-jährigen Pause neu ins Leben gerufen. Doch die Realität sieht alles andere als rosig aus. Laut moin.de haben die Standbetreiber mit stark rückläufigen Umsätzen zu kämpfen, die im Vergleich zu anderen Märkten bei 2.000 bis 4.000 Euro Differenz liegen.
Die Beteiligung von Schaustellern und Gastronomen ließ zu wünschen übrig. Cornelia Zander-Olofsson, die Vorsitzende des „Rahlstedter Netzwerks“, berichtete, dass selbst der großzügige Zuschuss von 26.000 Euro, den der Bezirk Wandsbek im Vorjahr bereitgestellt hatte, nicht ausreichte, um das finanziell tragfähige Konzept aufrechtzuerhalten. Der Markt konnte trotz aller Bemühungen die Besucherzahlen nicht steigern und musste sich letztlich geschlagen geben.
Faktoren für das Scheitern
Ein entscheidender Punkt für die mageren Einnahmen war die große Fläche von Rahlstedt mit seinen sieben Ortsteilen, die offenbar weniger Besucher aus anderen Stadtteilen anlockte. Zudem mussten die weniger attraktiven Standorte, wo die Teilnahme für Schausteller nicht lohnend genug war, wie das Wegfallen des Kinderkarussells, hingenommen werden.
Die steigenden Energiekosten und der Wareneinsatz haben zusätzlich die Gewinnmargen verringert. Oft kommt es vor, dass die Kalkulation für jenen, der einen Stand betreibt, zur echten Herausforderung wird. Bei einem schlechten Standort kann die Standmiete von 800 Euro bei einem Umsatz von 6.000 Euro gerade mal ein Ergebnis von 2.950 Euro vor Steuern bringen – unhaltbar, wenn man die steigenden Kosten bedenkt.
Diese Problematik ist nicht nur in Rahlstedt zu beobachten. Ganz Deutschland hat mit einem Rückgang an Besucherzahlen auf Weihnachtsmärkten zu kämpfen, wie br.de berichtet. Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, beschreibt die diesjährige Saison als eher durchschnittlich und weist auf spürbare Zurückhaltung innerhalb der Besuchergruppen hin, insbesondere bei Familien. Diese Situation wird durch gestiegene Sicherheitskosten und negative Ereignisse in der Vorweihnachtszeit nicht gerade förderlich unterstützt.
Der Verlust für den Stadtteil
Politische Stimmen im Bezirk sind sich einig: Das Scheitern des Weihnachtsmarktes wird als großer Verlust für Rahlstedt angesehen. Der SPD-Bezirksabgeordnete Oliver Schweim bedauert den Verlust und verweist darauf, dass Rahlstedt mit knapp 100.000 Einwohnern eigentlich genug Potenzial für einen eigenen Weihnachtsmarkt hätte.
Was kommt nun auf die Rahlstedter zu? Mögliche Alternativen könnten Advents-Samstage, Pop-up-Hütten oder kleine Märkte sein, die lokale Geschäfte unterstützen könnten. Ein Konzept, das vielleicht etwas frischen Wind in die festliche Zeit bringen könnte, wäre etwa eine Lichtmeile oder abendliche Genussrouten. Dennoch bleibt die Frage, wie lokale Kommunen Planbarkeit und Transparenz für die Standbetreiber schaffen können, um wieder rentabel zu arbeiten.
Insgesamt muss angenommen werden, dass die weihnachtliche Stimmung in Rahlstedt heuer etwas abgekühlt ist – ein Umstand, der die Herzen der Bewohner schwer treffen dürfte. Trotz der Herausforderungen bleibt zu hoffen, dass kreative Lösungen gefunden werden, die den Glanz der Vorweihnachtszeit zurückbringen.