In Wandsbek, wo das Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg seinen Sitz hat, gibt es derzeit ernsthafte Platzprobleme. Historische Dokumente, die über 300 Jahre Geschichte dokumentieren und das Gedächtnis Hamburgs bewahren, werden aufgrund von Kapazitätsengpässen nach Stade ausgelagert. Rund 40 Regalkilometer sind im Archiv bereits gefüllt, was zeigt, wie hoch die Nachfrage nach Archivmaterial ist. Die Leitung des Staatsarchivs informierte im Hauptausschuss darüber, dass eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Erweiterungsbau beauftragt und bis 2026 abgeschlossen sein soll. Diese Planung ist notwendig, denn die Kapazitäten des Magazingebäudes an der Kattunbleiche reichen perspektivisch nicht mehr aus, wie NDR berichtet.
Die Auslagerung von Archivbeständen ist für viele Historiker ein heißes Thema. Kritisiert wird nicht nur die Auswahl der ausgelagerten Akten, sondern auch die kurzfristige Kommunikation seitens des Staatsarchivs. Besonders betroffen sind unter anderem Kriegsakten des Senats, Dokumente von Behörden und der Bürgerschaft sowie Akten vom Verfassungsschutz und Schiffsregister. Diese werden in Spezialcontainern verpackt und ins Niedersächsische Landesarchiv nach Stade transportiert. Hier wird jedoch kein Kurierdienst für die Akten angeboten, sodass interessierte Forschende und Bürger bis zum Bau des Erweiterungsbaus nach Stade reisen müssen, um die nicht digitalisierten Dokumente einzusehen.
Wachsende Nachfrage und digitale Lösungen
Die Problematik der Platznot spiegelt wider, wie wichtig ein kontinuierlicher und transparenter Fortschritt bei der Digitalisierung von Archivbeständen ist. Es besteht Einigkeit darüber, dass Digitalisierung nicht nur die Nutzbarkeit verbessert, sondern auch dazu beiträgt, die Originale zu schonen. Daher ist es von zentralem Interesse, dass aktuelle Berichte die Auslagerung von Archivbeständen akribisch thematisieren und die kapazitiven Herausforderungen des Staatsarchivs aufzeigen, wie bv-hh anspricht.
Um den Wandsbeker Bürger:innen und Fachleuten besseren Zugang zu den notwendigen Informationen zu gewähren, hat die CDU-Fraktion den Antrag gestellt, einen Bericht über die Pläne für den Erweiterungsbau zu erstellen. Die Bezirksversammlung Wandsbek zeigt hierbei großes Interesse an der Klärung von Fragen zu Kapazitäten, Nutzung und den Auswirkungen des Erweiterungsbaus. Solche Fragen liegen den Anwesenden besonders am Herzen, schließlich hat das Staatsarchiv eine zentrale Rolle im kulturellen und wissenschaftlichen Leben Hamburgs inne.
Mit dem Blick in die Zukunft bleibt zu hoffen, dass im Laufe des Jahres klare Statements zur weiteren Vorgehensweise und den Zeitrahmen für die Umsetzung des Erweiterungsbaus präsentiert werden. Die Geschichte Hamburgs ist wertvoll, und die Stadt sollte alles daransetzen, sie zu bewahren und zugänglich zu machen.