In den letzten Monaten hat die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rasant zugenommen, die als die größte Sportveranstaltung in der Geschichte gilt. Für die erste Weltmeisterschaft, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, starten nächste Woche die Ticketverkäufe. Die Auswahl an Tickets beginnt bei 60 Dollar, und die FIFA erwartet, dass über 5,5 Millionen Tickets verkauft werden, was die bisherigen Rekorde von 2014 in Brasilien (3,1 Millionen) und 2022 in Katar (3,4 Millionen) weit übertreffen würde. Der Eintritt in die Stadien wird somit hoch im Kurs stehen, und das Turnier könnte Einnahmen von über 11 Milliarden Dollar generieren, vor allem durch Fernsehrechte, Sponsoren und Ticketverkäufe.
Die Vorbereitungen sind vielfältig, doch nicht ohne Herausforderungen. Kritiker des Turniers heben besonders die Auswirkungen auf die Umwelt hervor. Umweltschützer warnen, dass mit der Erweiterung des Turniers von 32 auf 48 Teams die CO2-Emissionen einen Rekordhöhepunkt erreichen könnten. Frank Huisingh von „Fossil Free Football“ bezeichnet das Turnier gar als „Klimakatastrophe“. Zudem beläuft sich der jährliche CO2-Ausstoß des Fußballs auf 64 bis 66 Millionen Tonnen – eine Zahl, die sich mit dem erwarteten Anstieg des Reiseverkehres zu WM-Events aufgrund internationaler Fans weiter erhöhen könnte.
Umwelt- und Preisfragen
Auf der anderen Seite stehen die hoch umstrittenen Ticketpreise, die von der Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) als historisch hoch eingestuft werden. Diese ungleiche Preisgestaltung könnte insbesondere für weniger gut situierte Fans eine Hürde darstellen, um an den Spielen teilnehmen zu können. Die FIFA hat angekündigt, innovative Ticketmodelle zu testen, darunter Paketangebote und Hospitality-Programme. Doch trotz dieser Bemühungen muss sich die Organisation der Kritik an ihrer Verantwortung für die Umwelt stellen, die aufgrund der großen Anzahl an Begegnungen und der Mobilität der Zuschauer in den Fokus gerückt ist.
Ein weiterer Brennpunkt in Mexiko ist die soziale Situation vor der WM: Proteste gegen die Umwandlung von Wohnungen in Touristenunterkünfte und die damit verbundene Immobilienspekulation nehmen zu. Die Anwohner fühlen sich vom Profit des Turniers ausgeschlossen, und es gibt Berichte über gewaltsames Verschwindenlassen, was die Sicherheitslage zusätzlich belastet.
Politische Kontroversen
Die politische Dimension des Turniers wird ebenfalls nicht ignoriert. Mitte Dezember 2025 erhielt US-Präsident Donald Trump von der FIFA den neu geschaffenen Friedenspreis, was auf scharfe Kritik stieß. Viele werfen FIFA-Präsident Gianni Infantino vor, den Preis eigens für Trump geschaffen zu haben. Zudem wurde die Auslosung der Endrundengruppen als „politische Speichelleckerei“ angesehen. Minky Worden von Human Rights Watch prangert die fehlende Transparenz und den Nominierungsprozess für den Preis an.
Mit der Aussicht auf großen Besucherstrom und bis zu 104 Spielen in 16 Städten geht die FIFA große Schritte, um das Event einzigartig zu gestalten. Die Stadien in Nordamerika sind bereits gut vorbereitet, wodurch die Baukosten und der Umwelteinfluss minimiert werden sollen. Diese Infrastruktur wird als Vorteil angesehen, um sich positiver auf die Nachhaltigkeitsbilanz des Turniers auszuwirken.
Die FIFA steht unter Druck, neue Standards für nachhaltige Großveranstaltungen zu setzen. Der bevorstehende WM-Hit könnte eine Chance sein, Umweltbelange mit sportlichen Großereignissen in Einklang zu bringen. Ein gutes Händchen wäre gefragt, um die Balance zwischen Wirtschaft und Ökologie zu halten.