Die Silvesternacht in Hamburg war geprägt von einer Mischung aus Freude und Chaos. Während Tausende Hamburger friedlich ins neue Jahr feierten, wurde die Polizei gleich mehrmals angegriffen. Insgesamt wurden in der Republik gleich zehn Polizisten in Hamburg verletzt, deren genaue Verletzungen jedoch nicht näher spezifiziert wurden. Den Beamten standen in dieser arbeitsintensivsten Silvesternacht seit fünf Jahren rund 1.400 Einsätze bevor, wie NDR berichtet.
Ein Großteil der Feiernden, etwa 25.000 Menschen auf der Reeperbahn und bis zu 7.000 an den Landungsbrücken, hielt sich an die Allgemeinverfügungen und verbrachte die Nacht trotz regnerischem Wetter friedlich. Besonders erwähnenswert ist, dass die ZDF-Silvestershow in der Hafencity ohne besondere Vorkommnisse stattfand. Dennoch gab es auch erhebliches Chaos, insbesondere in den Stadtteilen Steilshoop und St. Pauli, wo die Polizei bei Einsätzen mit Böllern und Raketen konfrontiert wurde.
Angriffe auf Einsatzkräfte
In Steilshoop war die Situation besonders angespannt. Hier wurden die Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beschossen, was zur zeitweiligen Verstärkung der Polizeipräsenz führte. An einem Supermarktparkplatz in Lurup etwa wurden Polizisten kurz nach Mitternacht mit Feuerwerkskörpern angegriffen, was zu einer Festnahme führte. Auch in St. Pauli wurden Feuerwerkskörper aus einer Gruppe von etwa 15 Personen auf Unbeteiligte geworfen, jedoch konnte die Lage rasch beruhigt werden.
Doch nicht nur die Polizei wurde angegriffen – auch die Feuerwehr hatte es nicht leicht. In Wilhelmsburg wurden Feuerwehrleute beim Löschen eines brennenden Altkleidercontainers mit Böllern beworfen. Mehrfach musste die Polizei Pfefferspray einsetzen, um den Einsatz der Feuerwehr in Dulsberg zu ermöglichen.
Brennpunkte und Verletzungen
In der Silvesternacht war Hamburg nicht die einzige Stadt, die von Unruhen brannte. Laut Tagesschau gab es in Deutschland zahlreiche andere Vorfälle, auch tragische: In Niedersachsen etwa kam ein fünfjähriger Junge bei einem Unfall ums Leben, während in Rostock ein 23-jähriger Mann durch einen explodierenden Böller seine Hand verlor. Insgesamt zählte die Feuerwehr in Hamburg über 1.100 Einsätze, und die Zahl der Verletzten durch Feuerwerksunfälle stieg auch in anderen Städten erheblich an.
Besonders erschreckend waren die Vorfälle mit selbstgebauten Böllern, die in Bielefeld und Leipzig zum Verlust von Händen führten. Ein 16-jähriges Mädchen verletzte sich in Leipzig schwer, als es versuchte, einen nicht zugelassenen Böller zu entzünden.
Die Silvesterfeiern in Hamburg wurden trotz der angespannten Situation überwiegend friedlich gestaltet. Unterstützt wurde die Hamburger Polizei auch von Kräften aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, was angesichts der hohen Einsatzzahl notwendig war.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, während viele Hamburger den Jahreswechsel mit Freude und festlicher Stimmung verbrachten, die Silvesternacht auch mit massiven Herausforderungen für Rettungskräfte und Polizei einherging. Es bleibt zu hoffen, dass die Statistiken zur nächsten Silvesternacht besser aussehen werden.