In Hamburg ist die Grippewelle in vollem Gange. In der Woche vom 16. bis 22. Februar wurden 490 Grippefälle gemeldet, was einen Rückgang im Vergleich zur Vorwoche mit 684 Fällen darstellt. Diese Virusinfektionen bringen häufig Symptome wie Fieber, Husten und Erschöpfung mit sich, die zahlreiche Menschen belasten. Dr. Frank Hennersdorf, Chefarzt der Kardiologie an der Schön Klinik Hamburg Eilbek, warnt jedoch vor einer oft übersehenen Gefahr: den Risiken einer zu frühen Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten nach einer Virusinfektion.
Die Gefahren, die von viralen Infekten ausgehen, sind nicht auf die Atemwege beschränkt; sie können auch das Herz angreifen. Eine Herzmuskelentzündung, auch Myokarditis genannt, kann sowohl während einer Virusinfektion als auch Wochen später auftreten. Oft werden die typischen Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzstolpern oder Brustschmerzen fälschlicherweise als Nachwirkungen einer Erkältung interpretiert. Besonders jüngere Menschen, die nach einer Erkrankung schnell wieder sportlich aktiv werden, sind in diesem Zusammenhang gefährdet.
Risiken für das Herz
Die Diagnose einer Myokarditis kann sich als schwierig erweisen, da die Symptome häufig unspezifisch sind. Doch moderne Untersuchungsverfahren ermöglichen eine frühzeitige Abklärung und gezielte Behandlung. Mit einer rechtzeitigen Diagnose und Schonung kann sich das Herz in den meisten Fällen vollständig erholen. Nach schweren Verläufen hingegen sind etwa 20 Prozent der Patienten dauerhaft beeinträchtigt, was zu chronischer Herzschwäche führen kann. Hennersdorf empfiehlt daher, während und nach einer grippeähnlichen Erkrankung mindestens zwei Wochen auf Sport und intensive körperliche Belastung zu verzichten – bei schweren Verläufen sogar bis zu vier Wochen. Eine frühzeitige Abklärung sei der beste Schutz vor bleibenden Schäden.
Zusätzlich zeigen Untersuchungen, dass Grippeviren und Coronaviren das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Nach einer Grippeinfektion steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auf das Vier- bis Fünffache, während die Gefahr nach einer Sars-CoV-2-Infektion auf etwa das Dreifache ansteigt. Diese Risiken sind besonders in den ersten vier Wochen nach einer Infektion erhöht. Eine Analyse von 52.000 Studien hat ergeben, dass das Risiko eines Schlaganfalls nach Grippe in den ersten vier Wochen fünfmal höher ist.
Impfung als Präventionsmaßnahme
Eine Grippeimpfung kann das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 34 Prozent senken. Dies ist besonders relevant, da die Immunreaktionen, die durch solche Virusinfektionen ausgelöst werden, Entzündungen und Blutgerinnung fördern, was zur Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems führen kann. Dr. Hennersdorf und andere Experten plädieren daher für verstärkte Impfungen gegen virale Erreger, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Grippe nicht nur lästige Erkältungssymptome mit sich bringt, sondern auch ernsthafte Risiken für das Herz birgt. Die Kombination aus rechtzeitiger Diagnose, Schonung und Impfungen könnte entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems in Zeiten von Grippe- und Viruswellen zu schützen. Für weitere Informationen zu den Risiken und Präventionsmaßnahmen besuchen Sie die ausführlichen Berichte auf t-online.de, herzstiftung.de und welt.de.