In Hamburg wird zurzeit viel über medizinsische Eingriffe gesprochen. In den letzten 12 Monaten wurden hier insgesamt 5.448 Bauchraumeingriffe durchgeführt. Besonders im Fokus stehen Gallenblasenoperationen, die bei Gallensteinen oder Entzündungen notwendig sind, sowie bariatrische Verfahren zur Behandlung von Adipositas. Diese Eingriffe tragen entscheidend dazu bei, die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern und reduzieren das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme. Die aktuelle Statistik der news.de zeigt, dass bariatrische Operationen bei der Schön Klinik Hamburg Eilbek am häufigsten vorgenommen werden, die mit 929 Eingriffen zudem höchsten Fallzahlen aufweist.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg solcher Operationen ist das Betreuungsverhältnis zwischen Pflegepersonal und Patient:innen. In Hamburg sind insgesamt 11.022 Pflegekräfte beschäftigt, was zu einem Pflegepersonalquotienten von 43,26 führt. Dies liegt unter dem deutschlandweiten Median von 49,13, was vor allem angesichts der steigenden Fallzahlen von Eingriffen kritisch betrachtet werden sollte. Die besten Werte beim Pflegepersonalquotienten erzielt das Asklepios Westklinikum mit 40,66, während die Schön Klinik Hamburg Eilbek SE & Co. KG mit einem Pflegequotienten von 50,93 sowohl bei Bauchraumeingriffen als auch bei Gallenblasenentfernungen vordere Plätze einnimmt.
Stand der Dinge im Hamburger Gesundheitswesen
Der Pflegepersonalquotient (PpQ) misst das Verhältnis von Vollzeitkräften in der Patientenversorgung zu dem Pflegeaufwand eines Krankenhauses. Dieser wird jährlich vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ermittelt. Die erste Ermittlung fand bereits im Mai 2020 statt, und die Werte für Hamburg zeigen nun, dass die Stadt in dieser Hinsicht immer weiter unter Druck gerät. Es wird erwartet, dass das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mögliche Maßnahmen ergreift, um eine nicht patientengefährdende Versorgung sicherzustellen. Hierbei könnte auch eine Überprüfung der Untergrenze für den PpQ ins Visier genommen werden. Wie gkv-spitzenverband.de erläutert, ist es wichtig, dass die Pflegekräfte in ausreichendem Maße vorhanden sind, um die Patient:innen optimal versorgen zu können.
Für die Hamburger Kliniken könnte es künftig schwierig werden, die Anforderungen zu erfüllen, zumal die Fallzahlen kontinuierlich steigen. Im vergangenen Jahr erforderten die 476.801 durchgeführten Eingriffe einen sorgsamen Blick auf den Pflegepersonalbestand. Die Daten geben eine klare Richtung vor: Es braucht mehr Pflegekräfte, um den vor allem in den großen Kliniken ansteigenden Bedarf decken zu können. Die g-drg.de hebt hervor, wie wichtig da ein Katalog zur Risikoadjustierung des Pflegeaufwands ist, um die durchschnittlichen pflegerischen Leistungen tagesbezogen abbilden zu können.
Fazit: Herausforderungen im Gesundheitswesen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hamburg beim Thema medizinische Eingriffe zwar gut aufgestellt ist, aber große Herausforderungen im Bereich der Pflege vorliegen. Die Einrichtung flächendeckender Pflegeangebote bleibt eine zentrale Aufgabe, um das hohe Niveau der medizinischen Versorgung auch in Zukunft zu sichern. Nur so können die positiven Entwicklungen in der chirurgischen Behandlung von Adipositas und Gallensteinproblematiken weiterhin gefördert werden. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie die Stadt und ihre Kliniken auf die Anforderungen reagieren werden.



