Die Hamburger Arztpraxis-Kette Miamedes hat ihren Betrieb eingestellt. Dies bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung (KV), was bei den rund 5.000 betroffenen Patienten für Verwirrung und Besorgnis sorgt. Die Schließung betrifft insbesondere die ehemaligen Miamedes-Praxen, wie die in Steilshoop, deren Internetseite nicht mehr erreichbar ist und die Telefonnummern abgestellt wurden. Zudem ist der Geschäftsführer von Miamedes für Anfragen nicht mehr erreichbar. Die KV geht davon aus, dass die Praxen nicht mehr an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen werden, was die Lage besonders kritisch macht, da es bereits vor der Schließung wirtschaftliche Probleme gab, die die Praxen belasteten. Ein Arzt aus Bergedorf hat vier Standorte von Miamedes übernommen, doch die zukünftige Besetzung der verbleibenden Arztsitze bleibt unklar.

Was bedeutet das für die Patienten? Dringender Handlungsbedarf ist geboten, und das spüren die Betroffenen. Hausarzt Mike Müller-Glamann spricht sich dafür aus, dass die KV übergangsweise eine Praxis betreiben sollte, was bisher nicht vorgesehen ist. In der näheren Umgebung gibt es allerdings eine brauchbare Anzahl an Hausärzten, insgesamt 69 in einem Umkreis von drei Kilometern um Steilshoop. Dennoch sind viele Patienten auf der Suche nach neuen medizinischen Betreuern. Die KV verweist auf ihre Terminservicestelle, die helfen kann, einen neuen Hausarzt zu finden.

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Probleme bei der Beschaffung von Patientenakten

Ein weiteres drängendes Thema sind die Patientenakten der geschlossenen Praxen. Viele Betroffene berichten von Schwierigkeiten, die notwendigen Unterlagen für den Wechsel zu einem neuen Arzt zu erhalten. Versuche, Miamedes per E-Mail zu erreichen, bleiben oft unbeantwortet. In dieser kritischen Phase hat sich die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) als zentrale Anlaufstelle etabliert. Betroffenen sind weiterhin die Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit sowie die Kassenärztliche Vereinigung als Ansprechpartner wichtig. Formelle Beschwerden können über die Website www.datenschutz-hamburg.de eingereicht werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die eigene Krankenkasse zur Unterstützung zu kontaktieren.

Die KVH, zuständig für die ambulante vertragsärztliche Versorgung, ist mit etwa 5.400 Mitgliedern gut aufgestellt. Sie betreibt mehr als 3.000 Praxen in Hamburg und sorgt dafür, dass die Behandlungsstandards eingehalten werden. Immerhin organisiert sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst für Notfälle außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten.

In einer Zeit, in der viele Menschen ihr gewohntes Umfeld in der medizinischen Versorgung verlieren, zeigt sich, wie wichtig eine gut vernetzte und responsive Gesundheitsinfrastruktur ist. Die Schließung von Miamedes ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesundheitliches Problem für die Betroffenen, die nun dringend Unterstützung benötigen.

Für die Hamburger Bürger bleibt die Situation angespannt. Aber mit der KVH als zentraler Anlaufstelle und zahlreichen umliegenden Hausärzten gibt es Lichtblicke, um die medizinische Versorgung in Hamburg aufrechtzuerhalten.

Mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie auf den Webseiten des NDR, von Sandro Kappe und der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg: