In Winterhude, einem charismatischen Stadtteil Hamburgs, neigt sich ein beeindruckendes Mammutprojekt dem Ende zu: das Pergolenviertel. Dieses neue Wohnquartier wurde auf einem ehemaligen Kleingartengelände geschaffen und bietet Raum für direkter Lebensqualität. In seiner Gesamtheit umfasst das Pergolenviertel mehr als 1.700 Wohnungen, die optimale Bedingungen für verschiedenste Wohnbedürfnisse bieten, wie die Entwicklungsstadt berichtet. Besonders hervorzuheben sind die speziellen Wohnformen wie die Mutter-Kind-Einheiten, die hier Platz finden.
Das Projekt, das im Jahr 2016 ins Leben gerufen wurde, hat sich baulich an der Backsteinarchitektur der 1920er und 1930er-Jahre orientiert. Auf einer Fläche von rund sechs Hektar, die einst 320 Kleingärten beherbergte, sind erfreulicherweise noch 171 Parzellen erhalten geblieben, da über die Hälfte der Kleingärten als Dauer-Kleingärten gesichert und in die neue Anlage integriert wurden. Die letzten Arbeiten laufen derzeit im südlichen Bereich des Quartiers, wo Verbindungswege gepflastert und barrierefreie Rampen sowie eine breite Treppe errichtet werden.
Ein Vorzeigeprojekt der Stadtentwicklung
Mit einer Gesamtfläche von etwa 27 Hektar ist das Pergolenviertel das größte Neubauquartier im Bezirk Hamburg-Nord und hat sich bereits seit 2010 als bedeutendes Wohnareal etabliert, wie die NAG Hamburg betont. Rund 60 Prozent der dort entstehenden Wohnungen sind öffentlich gefördert, was den Stadtteil zu einem beliebten Wohnort für alle Altersgruppen macht. Neben Miet- und Eigentumswohnungen gibt es auch spezielle Angebote für Studierende sowie Pflege- und Assistenz-Wohngemeinschaften.
Die Freiraumgestaltung sticht besonders hervor: Über sieben Hektar öffentliche Grün- und Parkflächen laden zur Erholung ein. Spielplätze, Bolz- und Basketballplätze sowie eine Fitnessinsel sorgen dafür, dass Sport und Spiel nicht zu kurz kommen. Mit mehr als 100 Pergolen, die durch das Viertel prägen, wird nicht nur der charismatische Charakter des Quartiers unterstrichen, sondern auch eine Verbindung zur Natur geschaffen.
Nachhaltigkeit und soziale Interaktion im Fokus
Das Pergolenviertel verfolgt einen autoarmen Ansatz, was die Förderung von Rad- und Fußverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr angeht. Es ist an die Hamburger Radroute 12 angebunden und profitiert von staatlichen Förderprogrammen wie „Klimaschutz im Radverkehr“. Zusätzlich wird durch Carsharing-Angebote der Parkdruck verringert, was den wohnlichen Komfort weiter steigert.
Ein besonderes Highlight des Quartiers ist wohl die erste „Toilette für alle“ in Hamburg, die speziell für Menschen mit schweren Behinderungen konzipiert wurde. Gemeinschafts- und Bewegungsräume fördern zudem die soziale Interaktion der Anwohner:innen. Der Verein „Leben im Pergolenviertel“, der 2024 ins Leben gerufen wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, nachbarschaftliche Aktivitäten zu unterstützen.
In einem dialogorientierten Planungsprozess, der 2011 initiiert wurde, konnten die Anwohner:innen aktiv in die Gestaltung und Entwicklung des Quartiers eingebunden werden. So entstanden ein Gestaltungsleitfaden sowie ein Mobilitätskonzept, das an die Bedürfnisse der Bewohner:innen angepasst ist. Der Quartiersmanagementprozess, der bis 2025 läuft, dient ebenfalls der Unterstützung nachbarschaftlicher Strukturen und zeigt, dass das Pergolenviertel nicht nur ein Ort zum Wohnen ist, sondern auch ein Ort, an dem Gemeinschaft großgeschrieben wird.