Das Pergolenviertel, ein aufregendes Neubauprojekt im Stadtteil Winterhude in Hamburg, hat sich seit 2010 zu einem der bedeutendsten Wohnquartiere der Hansestadt entwickelt. Auf einer Fläche von etwa 27 Hektar, strategisch zwischen der Hebebrandstraße im Norden und der Alten Wöhr im Süden gelegen, beherbergt dieses Quartier mittlerweile mehr als 1.700 Wohnungen. Dies macht es zum größten Neubauquartier im Bezirk Hamburg-Nord. Besonders bemerkenswert ist, dass rund 60 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sind, was den sozialen Wohnungsbau in der Region unterstützt. Die Vielfalt der Wohnformen reicht von Miet- und Eigentumswohnungen über spezielle Wohnangebote für Studierende bis hin zu Pflege- und Assistenz-Wohngemeinschaften.
Die Architektur des Pergolenviertels orientiert sich an der typischen Backsteinarchitektur der 1920er- und 1930er-Jahre, was dem Quartier ein nostalgisches Flair verleiht. Über 100 Pergolen, die sich über die Wege spannen, prägen das Bild des Viertels und geben ihm seinen Namen. Die Freiraumgestaltung umfasst neben 171 Kleingärten, von denen über die Hälfte als Dauer-Kleingärten gesichert wurde, auch rund 7 Hektar öffentliche Grün- und Parkflächen, die Platz für einen Spielplatz, Bolz- und Basketballplätze sowie eine Fitnessinsel bieten. All dies schafft nicht nur Wohnraum, sondern auch Lebensqualität.
Nachhaltige Stadtentwicklung und soziale Inklusion
Im Sinne einer sozialen und nachhaltigen Stadtentwicklung wurde das Pergolenviertel als autoarmer Stadtbaustein konzipiert. Das bedeutet, dass der Alltag der Bewohner:innen ohne eigenes Auto erleichtert werden soll. Ein umfassendes Mobilitätskonzept fördert Rad- und Fußverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr, was durch die Anbindung an die Hamburger Radroute 12 und die Unterstützung des Bundesförderprogramms „Klimaschutz im Radverkehr“ zusätzlich gestärkt wird. Carsharing-Angebote im Quartier helfen, den Parkdruck zu reduzieren.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Bürger:innen. Der Planungsbeirat Pergolenviertel wurde 2011 eingerichtet, um die Anwohner:innen aktiv in die Planung einzubeziehen. Ein dialogorientierter, ämterübergreifender Planungsprozess hat zu einem Gestaltungsleitfaden und einem Mobilitätskonzept geführt, das die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner:innen berücksichtigt. Zudem ist die erste „Toilette für alle“ in Hamburg im Quartier vorhanden, die speziell für Menschen mit schweren Behinderungen ausgestattet ist.
Ein Ort der Gemeinschaft
Das Pergolenviertel setzt auch auf soziale Interaktion und Gemeinschaftsbildung. Es gibt zahlreiche Gemeinschafts- und Bewegungsräume, die darauf abzielen, das soziale Zusammenleben zu fördern. Der Verein „Leben im Pergolenviertel“, der 2024 gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, nachbarschaftliche Aktivitäten fortzuführen und das Miteinander zu stärken. Der Quartiersmanagementprozess, der von 2018 bis 2025 läuft, unterstützt aktiv den Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen.
Insgesamt ist das Pergolenviertel ein Paradebeispiel für moderne Stadtentwicklung in Deutschland, das nicht nur Wohnraum schafft, sondern auch wichtige soziale und ökologische Aspekte in den Fokus rückt. Die Kombination aus sozial gefördertem Wohnungsbau, öffentlichem Grün und einem durchdachten Mobilitätskonzept zeigt, wie Städte heute gestaltet werden können, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Dabei wird die Einbindung aller städtischen Akteure – von der Zivilgesellschaft über Politik und Verwaltung bis hin zur Wirtschaft und Wissenschaft – als zentraler Bestandteil eines integrierten Ansatzes nachhaltiger Stadtentwicklung betrachtet.
Für weitere Informationen zu den Hintergründen und der Planung des Pergolenviertels können Sie die ausführlichen Quellen hier und hier nachlesen. Auch das BMZ bietet wertvolle Informationen zur nachhaltigen Stadtentwicklung.



