Heute ist der 29.03.2026 und wir werfen einen Blick auf die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V., die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Gegründet im Jahr 1925 in Hamburg, verfolgt dieser Kunstverein das Ziel, Kunst für alle erschwinglich zu machen, insbesondere durch die Verbreitung von Druckgrafiken in höherer Auflage. Ursprünglich von Johannes Böse ins Leben gerufen, hat sich die Griffelkunst über die Jahrzehnte hinweg zu einem der größten Grafik-Verleger der Welt entwickelt und bietet derzeit rund 4.500 Mitgliedern Zugang zu erschwinglichen Originalgrafiken.
Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in der Oberaltenalle 78 in Hamburg, und die derzeitigen Vorsitzenden sind Petra Roettig, Christina Berking, Veit Mauritz, Andreas Hölscher und Petra Kluge, während Dirk Dobke die Geschäftsführung innehat. Die Mitglieder, die oft mehrere Jahre auf eine Aufnahme warten müssen, können aus vier signierten Originalgrafiken und historischen Fotografien wählen. Diese Auswahl geschieht bei vier Wahlen pro Jahr in 90 lokalen Ausstellungsgruppen, wobei jede Grafik nur einmal pro Mitglied erwerbbar ist, um den Handel mit den Kunstwerken zu verhindern.
Ein Blick in die Geschichte
Die Wurzeln der Griffelkunst-Vereinigung reichen bis in die 1920er Jahre zurück, als Böse bereits lokale Künstler in der Siedlungsschule Langenhorn ausstellte. 1930 wurde die Einführung von A-, B- und C-Reihen für die Auswahl von Grafiken beschlossen, und bis 1933 zählte der Verein über 1.000 Mitglieder und wurde in die Reichskammer der Bildenden Künste aufgenommen. Nach dem Tod von Johannes Böse im Jahr 1955 übernahm seine Tochter Gerda Böse bis 1964 die Leitung. In den 1960er Jahren wurde der Verein demokratisch umstrukturiert und öffnete sich für die Gegenwartskunst sowie historische Fotografien.
Ein Highlight des Vereins ist die anstehende Jubiläumsausstellung, die am 20. November in der Fritz-Schumacher-Schule in Langenhorn eröffnet wird. Diese Ausstellung, betitelt „druckfrisch“, zeigt nicht nur Grafiken aus der Griffelkunst-Sammlung, sondern auch aktuelle Arbeiten von Schülerinnen und Schülern, die in Workshops mit der Griffelkunst und in Kooperation mit dem Museum der Arbeit entstanden sind. Diese Initiative unterstreicht die Bedeutung von Kunst in der Schule und die Zugänglichkeit von Originalen für junge Menschen.
Die Bedeutung der Griffelkunst
Der Begriff „Griffel“ bezieht sich ursprünglich auf einen Stift, der zum Ritzen von Zeichen in Ton- oder Schiefertafeln verwendet wurde. Böse jedoch arbeitete mit bedrucktem Papier, was die Essenz der Griffelkunst widerspiegelt: die Verbindung von Tradition und Moderne in der Druckgrafik. Künstler wie Gerhard Richter und Sigmar Polke haben speziell für die Griffelkunst Werke geschaffen, was das außergewöhnliche Erbe und die künstlerische Relevanz des Vereins unterstreicht.
Mit über 90 ehrenamtlichen Gruppen in Deutschland und 11 hauptberuflichen Mitarbeitern setzt die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. auch auf Schulprojekte zur Förderung der Kunsterziehung. Diese Initiativen haben Hunderte von Schülerinnen und Schülern über die Jahre hinweg inspiriert und profitieren von Böses Vision, Kunst als zugängliches Gut zu etablieren.
Die Griffelkunst-Vereinigung ist mehr als nur ein Kunstverein; sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Kunst und Bildung miteinander verbunden werden können. Die kommenden Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen sind nicht nur ein Rückblick auf die Errungenschaften der Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick auf die zukünftigen Möglichkeiten, die Kunst für alle zu schaffen.



