SPD plant Erbschaftssteuer-Reform: Bedrohung für Familienunternehmen?

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Die SPD plant 2026 eine Erbschaftssteuer-Reform, die Unternehmen belastet und gleichzeitig Erben entlasten soll.

Die SPD plant 2026 eine Erbschaftssteuer-Reform, die Unternehmen belastet und gleichzeitig Erben entlasten soll.
Die SPD plant 2026 eine Erbschaftssteuer-Reform, die Unternehmen belastet und gleichzeitig Erben entlasten soll.

SPD plant Erbschaftssteuer-Reform: Bedrohung für Familienunternehmen?

In der aktuellen Diskussion um die geplante Reform der Erbschaftssteuer ist das Thema jetzt hochkochen. Die SPD hat Vorschläge vorgelegt, die sowohl als gerechte Maßnahme zur Vermögensumverteilung als auch als potenzieller Angriff auf das deutsche Unternehmertum interpretiert werden. Wie Finanzmarktwelt berichtet, soll ein Freibetrag von 5 Millionen Euro für den Unternehmenswert eingeführt werden, der von der neuen Erbschaftssteuer ausgenommen wäre. Das klingt zunächst positiv, doch Kritiker warnen, dass viele kleine, familiengeführte Betriebe diese Grenze überschreiten könnten und damit von der Steuererhebung betroffen wären.

Ein weiterer Punkt ist die Möglichkeit für Erben, die Erbschaftssteuer über einen Zeitraum von 20 Jahren aus den Unternehmensgewinnen abzuzahlen. Dies wirft Fragen auf: Was geschieht, wenn die Firma keine Gewinne erwirtschaftet? Ein anschauliches Beispiel verdeutlicht die Problematik: Erbt man ein Unternehmen im Wert von 100 Millionen Euro, muss man 20 Millionen Euro Erbschaftssteuer zahlen, obwohl man selbst nur über 1 Million Euro in bar verfügt.

Gerechte Verteilung oder Belastung für Unternehmen?

Die SPD sieht die Reform als eine Frage der Gerechtigkeit an, da aktuell kleine Erbschaften meist höher besteuert werden als große. Um dies zu ändern, streben sie auch die Einführung eines „Lebensfreibetrags“ an, der eine Million Euro für private Erbschaften umfasst: 900.000 Euro steuerfrei innerhalb der Familie und 100.000 Euro an Dritte. Diese Regelung würde über das gesamte Leben gelten, wenn die Vorschläge der SPD Realität werden. Weitere Details zu den aktuellen Regelungen, wie beispielsweise die Freibeträge für Ehepartner und Kinder, werden ebenfalls in den Debatten hervorgehoben br.de.

Doch die Diskussion bleibt angespannt: Die CSU lehnt die Vorschläge vehement ab und bezeichnet sie als „leistungsfeindlich.“ Sie fordert gar die Abschaffung der Erbschaftsteuer. Zudem plant das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2026, über die Erbschaftsteuer zu urteilen, was die potenziellen Gesetzesänderungen weiter beeinflussen könnte. Hier stellt sich die Frage, wie die Reform tatsächlich umgesetzt wird und welche Folgen dies für das Unternehmertum in Deutschland haben könnte.

Die Meinungen der Experten

Die Meinungen von Ökonomen zu den SPD-Vorschlägen sind geteilt. Während Clemens Fuest vom ifo-Institut vor sinkenden Investitionen warnt, sieht Monika Schnitzer von den Wirtschaftsweisen höhere Steuern als sinnvoll an und fürchtet keine negativen Auswirkungen auf Unternehmen. Die Wirtschaftsverbände hingegen kritisieren die Reform als eine zusätzliche Belastung für Familienunternehmen und den Mittelstand.

Insgesamt zeigt sich, dass die Debatte um die Erbschaftssteuer-Reform in Deutschland nicht nur politisch, sondern auch volkswirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Ob die SPD-Konzepte tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, bleibt abzuwarten, ebenso wie die Reaktionen der Unternehmerschaft und der Bürger.