In Mahlsdorf könnte bald eine ganz besondere Brücke für unsere kleinen Nachbarn entstehen. In der Kohlisstraße plant das Bezirksamt, eine Eichhörnchenbrücke zu installieren, um den pelzigen Nager ein sicheres Überqueren der stark befahrenen Straße zu ermöglichen. Dieses Pilotprojekt, das im April 2026 mit der Installation eines Eichhörnchenseils am Körnerteich beginnen soll, ist das Ergebnis eines Antrags der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung und wird in Zusammenarbeit mit dem Verein „Aktion Tier“ umgesetzt. Die Experten des Vereins haben die Kohlisstraße nach Prüfung mehrerer Standorte als ideal ausgewählt, da hier alter Baumbestand und ein angrenzendes Feuchtbiotop gute Voraussetzungen bieten.
Vor allem der hohe Verkehrsaufkommen und die schnell fahrenden Autos stellen eine erhebliche Gefahr für die Eichhörnchen dar. Um dem entgegenzuwirken, wird ein etwa vier Zentimeter dickes und witterungsbeständiges Spezialseil in einer Höhe von neun Metern zwischen zwei Straßenbäumen gespannt. Damit alles sicher und nachhaltig bleibt, wird das Seil so befestigt, dass es leicht durchhängt, wobei spezielle Schutzschlaufen verhindern, dass die Baumrinde beschädigt wird. Die regelmäßig kontrollierten Befestigungen sorgen dafür, dass alles in Schuss bleibt.
Modellprojekt für andere Städte
Die Brücke in Mahlsdorf ist nicht das erste Projekt dieser Art in Deutschland. Im Dezember 2025 wurde in Nürnberg die erste Eichhörnchenbrücke in der Eichendorffstraße installiert. Diese Brücke, ebenfalls eine Seilkonstruktion, verbindet Straßenbäume und ermöglicht Eichhörnchen sowie anderen baumbewohnenden Kleintieren, die stark befahrene Straße sicher zu überqueren. Auch hier hat die kombinierte Unterstützung durch den Bund Naturschutz und eine Spendenaktion erfolgreich für die Umsetzung gesorgt. Futterstationen an den Brückenbäumen helfen, die Nutzung der Brücke zu fördern, während Wildtierkameras Daten zur Nutzung durch die Tiere sammeln. Die Eichhörnchenbrücke in Nürnberg wurde bereits als Modell für weitere, ähnliche Initiativen angesehen.
Diese Form der Stadtplanung zeigt eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren, darunter Bürgervereine, städtische Behörden und Naturschutzorganisationen. Diese praktischen Projekte zur Unterstützung gefährdeter Tierarten könnten auch in anderen Städten Schule machen und helfen, die Vernetzung von Grünzügen zu fördern.
Der Weg in die Zukunft
Das Projekt in Mahlsdorf wird zunächst als Pilotprojekt durchgeführt und soll nach seiner Installation evaluiert werden. Je nach den Ergebnissen wird entschieden, ob ähnliche Lösungen an weiteren Standorten im Bezirk umgesetzt werden. Informationsschilder sollen Anwohner und Passanten über die „Eichhörnchenbrücke“ aufklären und auf die Bedeutung solcher Maßnahmen aufmerksam machen.
Wir sind gespannt, wie sich die Eichhörnchenbrücke entwickeln wird und ob sie dazu beiträgt, die kleinen Nager sicher über die Straße zu bringen. Ein gutes Händchen haben die Verantwortlichen mit diesem innovativen Ansatz sicherlich bewiesen! alles-mahlsdorf.de und nuernberg.de berichten bereits ausführlich darüber.



