Tarifbindung in Hamburg: Arbeitnehmer fordern faire Löhne und Schutz!

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Der DGB beleuchtet am 26.11.2025 die Herausforderungen der Tarifbindung und die Bedingungen der "Guten Arbeit" in Hamburg-Nord.

Der DGB beleuchtet am 26.11.2025 die Herausforderungen der Tarifbindung und die Bedingungen der "Guten Arbeit" in Hamburg-Nord.
Der DGB beleuchtet am 26.11.2025 die Herausforderungen der Tarifbindung und die Bedingungen der "Guten Arbeit" in Hamburg-Nord.

Tarifbindung in Hamburg: Arbeitnehmer fordern faire Löhne und Schutz!

Die Arbeitswelt in Hamburg steht unter Druck. Knapp 20 % der Bevölkerung sind von Armut bedroht, was sich besonders auf Erwerbslose, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit auswirkt. Laut dem DGB ist es wichtig, dass die Arbeit nicht nur existenzsichernd, sondern auch entgeltgleich, tarifgebunden, mitbestimmt, sozialversichert und unbefristet ist. Doch die Realität weicht weit davon ab. Etwa 46 % der Beschäftigten in Hamburg arbeiten in nicht tarifgebundenen Betrieben und verdienen weniger als 14 Euro pro Stunde. Dies ist alles andere als optimal für die Hamburger Wirtschaft.

Die maue Tarifbindung in Hamburg, die die zweitschlechteste in Westdeutschland darstellt, hat nicht nur Auswirkungen auf die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger, sondern kostet die Gesellschaft auch viel Geld. Ein Beispiel: Flächendeckende Tarifbindung könnte den Hamburgerinnen und Hamburgern jährlich zusätzliche 1,2 Milliarden Euro bringen. Gleichzeitig summieren sich die Schäden durch Tarifflucht und Lohndumping auf hohe Summen, etwa 875 Millionen Euro bei Sozialversicherungen und 568 Millionen Euro bei der Einkommensteuer. Diese traurigen Zahlen machen deutlich: Hier muss dringend gehandelt werden.

Starke Forderungen für Änderungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine Reihe von Maßnahmen, um die Tarifbindung zu stärken. Ein zentraler Punkt ist die Einführung eines starken Tariftreuegesetzes, das sicherstellt, dass öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden. Darüber hinaus wird ein Übernahmeangebot bei Betreiberwechsel im öffentlichen Personennahverkehr gefordert. Auch eine Begrenzung der Subvergabeketten und die Verbindlichkeit von Tarifbindung für die Wirtschaftsförderung stehen auf der Agenda. Es ließe sich ein gutes Geschäft machen, wenn man diese Forderungen umsetzt.

In einer ersten Befragung im Rahmen des DGB-Index Gute Arbeit, der aktuell zur Beurteilung der Arbeitswelt dient, äußerten 48 % der Teilnehmer ihre Unzufriedenheit und bezeichneten ihre Bedingungen als „schlechte Arbeit“. Der Index ist ein wertvolles Instrument zur Analyse der Arbeitsbedingungen, das kontinuierlich aktualisiert werden soll, um den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht zu werden.

Zukunftsorientierte Maßnahmen

Ein künftiger Ansatz ist die Forderung nach einem Ausbau des Arbeitsschutzes, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung und die Herausforderungen des Klimawandels. Ab 2026 wird bundesweit eine Mindestbesichtigungsquote von 5 % für alle Betriebe pro Jahr eingeführt. Hier ist die richtige Vorbereitung gefragt, um den Beschäftigten die besten Voraussetzungen zu bieten.

Die Pandemie hat zudem weitere Probleme ans Licht gebracht. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Frauen im Homeoffice häufig schlechtere Bedingungen vorfinden als Männer und ungleiche Chancen in der Verteilung von Arbeit und Verantwortung bestehen. Deshalb ist es wichtig, dass bei der Gestaltung der Arbeitswelt darauf geachtet wird, dass alle Beschäftigten gleich behandelt werden.

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Hamburger Arbeitslandschaft. Die Forderungen des DGB sind klar: Gute Arbeit muss nicht nur ein Schlagwort bleiben, sondern muss in der Realität für alle Beschäftigten in Hamburg spürbar werden. Nur so kann die Kluft zwischen den verschiedenen Lebensrealitäten geschlossen werden. Der DGB setzt sich daher dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen für alle verbessert werden. Viele Hamburger kämpfen für Gerechtheit – und das sollte auch für die Arbeitswelt gelten.

Für weitere Informationen zu den Forderungen und Hintergründen von „Guter Arbeit“ in Hamburg besuchen Sie bitte die Seiten des DGB: Gute Arbeit und Tarifbindung sowie die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit.