Ein erneuter bundesweiter Warnstreik bringt den Nahverkehr in Hamburg und weiteren Städten zum Erliegen. Am 28. Februar 2026 legt die Gewerkschaft ver.di den öffentlichen Personenverkehr deutschlandweit lahm, wobei Hamburg besonders stark betroffen ist. Bis Sonntagmorgen um 3 Uhr fahren in der Hansestadt keine U-Bahnen und die Busse sind nur eingeschränkt unterwegs. Die Beschäftigten der Hamburger Hochbahn beteiligen sich an diesem 48-stündigen Streik, der auch am Freitag, den 27. Februar, begonnen hat. In vielen anderen Städten und Bundesländern sieht es ähnlich aus, wie NDR berichtet.
Der Streik, zu dem ver.di aufgerufen hat, betrifft rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 kommunalen Verkehrsbetrieben. Die Hauptforderungen sind weitreichend: Die Gewerkschaft setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen ein, darunter kürzere Wochenarbeitszeiten, Änderungen bei den Schichtdiensten, höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sowie eine generelle Erhöhung der Löhne und Gehälter, insbesondere bei der Hamburger Hochbahn. Ein weiteres Ziel ist die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, wie ver.di hervorhebt.
Auswirkungen auf die Fahrgäste
Die Folgen des Warnstreiks sind spürbar. Fahrgästen wird geraten, auf S-Bahn oder Hadag-Fähren auszuweichen, da alternative Transportmöglichkeiten unverzichtbar sind. Einige Buslinien laufen im Teilbetrieb, während andere im 20-Minuten-Takt Notbetrieb anbieten. Für die Nutzer des ÖPNV in Bremen und Niedersachsen ist die Situation ähnlich angespannt: Auch dort bleiben Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bis Montagfrüh, 3 Uhr, still. In Niedersachsen besteht derzeit eine Friedenspflicht, was bedeutet, dass dort kein Arbeitskampf stattfindet, wie es etwa in S-H und MV der Fall ist.
In Mecklenburg-Vorpommern sind 2.800 Beschäftigte betroffen, wo ebenfalls ein Großstreik in sieben kommunalen Verkehrsbetrieben stattfindet, während in Schleswig-Holstein in vier kreisfreien Städten ein 24-stündiger Warnstreik ausgerufen wurde. Forderungen in S-H betreffen unter anderem eine Jahressonderzahlung in voller Höhe eines Monatsgehalts sowie zusätzliche Zuschläge.
Politische Reaktionen und Forderungen
Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende, äußert sich zur stagnierenden Verhandlungsposition der Arbeitgeber und spricht von einem hohen Druck, der auf den kommunalen Arbeitgeberverbänden lastet. Laut einer gemeinsamen Studie von ver.di und der Klima-Allianz Deutschland zeigen sich zudem erhebliche Belastungen im Fahrdienst und ein akuter Personalnotstand. Angesichts der schleppenden Verhandlungen bleibt abzuwarten, wie die nächste Verhandlungsrunde verlaufen wird.
Die Entwicklungen werden genau verfolgt, besonders in Hamburg, wo am Dienstag entschieden werden soll, ob der Streik fortgesetzt wird. Weitere Informationen und Details zu den Forderungen finden sich auf den Websites von dgb.de und ver.di.