Hamburg startet Initiative für alkoholfreie Kassen im Supermarkt!

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Am 15. Januar 2026 diskutiert die Bezirksversammlung Hamburg-Nord über alkoholfreie Kassen zur Suchtprävention.

Am 15. Januar 2026 diskutiert die Bezirksversammlung Hamburg-Nord über alkoholfreie Kassen zur Suchtprävention.
Am 15. Januar 2026 diskutiert die Bezirksversammlung Hamburg-Nord über alkoholfreie Kassen zur Suchtprävention.

Hamburg startet Initiative für alkoholfreie Kassen im Supermarkt!

In Hamburg steht ein bedeutender Schritt in der Diskussion um den Konsum von Alkohol im Einzelhandel bevor. Am 15. Januar 2026 wird die Bezirksversammlung Hamburg-Nord über einen Antrag der Linken und Volt abstimmen, der den Verkauf von Mini-Alkoholflaschen an Supermarktkassen ins Visier nimmt. Hamburger Politiker fordern damit nicht nur ein Umdenken im Einzelhandel, sondern auch eine aktive Suchtprävention für die Bevölkerung. Laut einem Bericht von t-online haben im Jahr 2022 rund 40.000 Menschen in Hamburg Suchterkrankungen behandelt werden müssen.

Die Platzierung von Alkohol an Kassen wird als potenzieller Trigger für Menschen angesehen, die Gefahr laufen, abhängig zu werden oder bereits es sind. In Deutschland konsumierte 2024 mehr als jeder zehnte Erwachsene riskante Mengen Alkohol, was die Notwendigkeit eines solchen Antrags weiter verdeutlicht. Jörg Bormann, der Bezirksabgeordnete von Volt, betont die positive Wirkung, die alkoholfreie Kassen auf Menschen mit Suchtproblemen haben können. Wiebke Fuchs von der Linken hebt hervor, dass alltägliche Situationen entscheidend sind, um das Thema Sucht zu enttabuisieren.

Was steckt hinter alkoholfreien Kassen?

Die Idee hinter alkoholfreien Kassen ist simpel: Eine klar gekennzeichnete Kassenzone im Supermarkt, die keinerlei alkoholische Getränke anbietet. Diese Entwicklung soll zwei Hauptziele verfolgen: den Jugendschutz zu erhöhen und Menschen mit Alkoholproblemen zu unterstützen, indem die ständige Sichtbarkeit von Alkohol reduziert wird. Laut der Initiative #alkoholfreiekasse, die von den Nüchternheitsbefürworterinnen Elli und Janna ins Leben gerufen wurde, fördert diese Maßnahme die gesellschaftliche Gesundheit durch einen vollständigen Verzicht auf Alkohol an Kassen.

Die bisher diskutierten Modelle reichen von vollständig alkoholfreien Kassen, die höchsten Schutz bieten, bis hin zu flexiblen Lösungen wie SB-Kassen. Während eine klare Trennung den besten Schutz verspricht, bringt sie auch gewisse Einschränkungen für die Supermärkte mit sich. Ängste vor möglichen Umsatzeinbußen durch weniger Impulskäufe oder die Möglichkeit, dass Jugendliche andere Wege finden, um Alkohol zu kaufen, stehen jedoch häufig dem Fortschritt entgegen, wie in einem Artikel von Neelix geschildert wird.

Gemeinsame Verantwortung für die Gesellschaft

Der geplante Antrag sieht keine Verkaufsverbote vor, sondern setzt auf die freiwillige Selbstregulierung des Einzelhandels. Ziel ist eine Informationskampagne, die Supermärkte für alkoholfreie Kassen sensibilisiert. Geplant wird auch eine enge Zusammenarbeit mit Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen, um die Öffentlichkeit besser über Suchtprävention zu informieren und vorhandene Angebote hervorzuheben. Es gilt, eine neue Normalität zu schaffen und die Sicht auf Alkohol in alltäglichen Situationen zu verändern.

Auf die Frage, ob alkoholfreie Kassen die richtige Lösung sind, zeigt sich die Debatte lebhaft. Während die Bedenken bezüglich der Wirtschaftlichkeit und des Impulskaufs bestehen bleiben, ist der Wunsch nach effektiver Suchtprävention und dem Schutz gefährdeter Personen unüberhörbar. Der heutige Schritt könnte also weitreichende Folgen für die Hamburger Einzelhandelslandschaft haben.