In Hamburg tut sich einiges im Bereich der Flüchtlingsunterbringung. Laut den aktuellen Plänen der Stadt werden im Jahr 2026 über 10.000 neue Plätze für Flüchtlinge geschaffen, wobei viele dieser Plätze in Hotels untergebracht werden. Gleichzeitig müssen sich die Hamburger:innen darauf einstellen, dass auch einige große Unterkünfte geschlossen werden. Besonders betroffen sind Einrichtungen in Harburg am Schwarzenbergplatz und am Überseering im Stadtteil Nord, wie die ndr.de berichtet.

Ein brisanter Punkt ist die kurzfristige Schließung einer wichtigen Schutzunterkunft für von Gewalt betroffene geflüchtete Frauen in der Kaltenkirchener Straße in Altona. Diese Maßnahme wurde notwendig, da die Erstaufnahme-Einrichtung saniert werden muss. Carola Ensslen von der Linken hat diese Schließung als Vertrauensbruch kritisiert und dringt auf die Schaffung einer neuen Schutzunterkunft für Frauen. Auch eine weitere Einrichtung in der Loogestraße in Eppendorf soll im Juli geschlossen werden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Steigende Zahl von Flüchtlingen

Die Situation in Hamburg wird durch die Zunahme an geflüchteten Menschen aus der Ukraine seit Ende Februar 2022 noch verschärft. Aufgrund dieser Entwicklungen übersteigt die Zahl der Personen, die eine Unterkunft benötigen, die zur Verfügung stehenden Kapazitäten. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, hat die Stadt mehrere Interimsstandorte geschaffen, die kurzfristig für die Unterbringung genutzt werden, darunter auch angemietete Hotelstandorte. Diese Maßnahmen fallen unter das Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG). Eine Übersicht dieser Standorte ist auf den Webseiten der Stadt zu finden, wie die hamburg.de mitteilte.

In den letzten sechs Monaten hat der Senat die Laufzeiten von rund 30 Standorten verlängert. Zudem bleibt die Erstaufnahmeeinrichtung in der Schlachthofstraße als Reservestandort erhalten, wo derzeit 584 Menschen leben. Die Veränderungen im Bereich der Unterbringung sind Teil Langfristiger Bestrebungen Hamburgs, seit 2015 Flüchtlinge zu versorgen und zu integrieren, auch wenn diese Bemühungen immer wieder auf neue Herausforderungen stoßen.

Integration vor Ort

Doch nicht nur die Bereitstellung von Unterkünften steht im Fokus. Die AWO Hamburg engagiert sich beispielsweise in der Betreuung von geflüchteten Familien und bietet Unterstützung bei der Erziehung von Kindern durch Tagesmütter und in einem Elterncafé. Zudem kooperiert die AWO mit Schulen, Vereinen und Initiativen, um die Integration in den Stadtteilen zu fördern. In einem der Projekte wurden „Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen“ (UPW) errichtet, die soziale Wohnräume schaffen sollen. Die AWO betreut im ehemaligen Alten- und Pflegeheim „Heinrich-Sengelmann-Haus“ in St. Georg rund 190 pflegebedürftige Schutzsuchende sowie deren Angehörige.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Schaffung barrierefreier Wohnräume. So besteht eine neue Unterkunft mit 90 Zimmern, alle mit rollstuhlgerechtem Sanitärbereich und großzügigen Gemeinschaftsräumen, die den Austausch und ehrenamtliche Aktivitäten fördern. Diese integrativen Maßnahmen zeigen, dass der Weg zur sozialen Eingliederung vielschichtig ist, und die Stadt Hamburg gibt sich große Mühe, auch in Zukunft ein gutes Zuhause für alle zu bieten.