Am 15. Juni 2025 wird in Hamburg der erste nationale Veteranentag gefeiert, eine Initiative, die vor einem Jahr von der Grünen-Politikerin Imhof sowie der SPD angestoßen wurde. Diese besondere Feier findet auf dem Rathausmarkt statt und ehrt die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit einem Beförderungsappell und einem Empfang des Senats. Diese feierliche Veranstaltung setzt auf hohe Sicherheitsvorkehrungen, wird aber auch für geladene Bürgerinnen und Bürger geöffnet sein. Laut taz.de ist der Veteranentag nicht nur ein Hamburger, sondern ein bundesweiter Anlass, um rund zehn Millionen aktive und ehemalige Soldaten zu würdigen.

Mit Beginn des Veteranentags um 13 Uhr werden an diesem Sonntag etwa 420 Soldaten zum Leutnant befördert. Während die Feierlichkeiten anziehen, wird jedoch auch Protest laut. Die Linke plant eine Demo ab 12 Uhr an mehreren Orten in Hamburg, um gegen die öffentliche Inszenierung des Militärs zu demonstrieren. David Stoop, ein Vertreter der Linken, äußert Bedenken zur Militarisierung und fordert eine stärkere Friedensorientierung. Imhof hingegen hebt hervor, dass es bei den Feierlichkeiten um die Anerkennung des Einsatzes für die Sicherheit des Landes und nicht um Militarisierung gehe.

Der nationale Veteranentag

Der Bundestag hat den Veteranentag am 25. April 2024 beschlossen, um den Einsatz aktiver und ehemaliger Soldaten zu würdigen. Verschiedene Parlamentsparteien, darunter SPD, CDU/CSU, Grüne und FDP, unterstützen den Antrag, während die Linke sich enthielt. Ziel dieser Initiative ist es, das Bewusstsein für die Leistungen der Bundeswehr zu schärfen und die soziale Versorgung von Veteranen zu verbessern, insbesondere für diejenigen, die im Auslandseinsatz Schäden erlitten haben. Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete den Veteranentag als wichtiges Zeichen der Wertschätzung, das die Anerkennung und Dankbarkeit für Soldaten in den Mittelpunkt rückt, wie die Bundestagsinformationen verdeutlichen.

Die Bundeswehr hat seit ihrer Gründung im Jahr 1959 in über 50 Ländern Auslandseinsätze geleistet. Etwa zehn Millionen Menschen haben seitdem Wehrdienst geleistet oder waren Berufs- oder Zeitsoldaten, wie tagesschau.de berichtet. Der Veteranentag soll nicht nur die Leistungen würdigen, sondern auch die Diskussionen um die Definition von Veteranen anregen. Schließlich ist die Begrifflichkeit in Deutschland wenig gebräuchlich, und unterschiedliche Bedürfnisse von Soldaten mit Einsatzerfahrung und Wehrdienstleistenden stehen im Raum.

Kritik und Herausforderungen

Die Kritiker des Veteranentags sind vor allem in der Linken zu finden. Stoop bemängelt die besondere Hervorhebung des Militärs im Vergleich zu anderen Berufen. Zudem wird die Notwendigkeit und die Zukunft der Bundeswehr intensiv diskutiert, insbesondere hinsichtlich der Rekrutierung junger Menschen und der Verteidigungsausgaben. Laut Umfragen steht eine Mehrheit hinter der Idee der Wehrpflicht, was jedoch nicht für die unter 39-Jährigen gilt. Diese gesamtgesellschaftliche Debatte über die Rolle der Bundeswehr wird durch die Vorbereitungen auf den Veteranentag nur verstärkt.

Imfohs Ansicht, dass der Veteranentag der Würdigung der Menschen in der Bundeswehr dient, trifft auf Widerstand. Vorschläge wie der „Tag der Peacekeepers“, der als alternative Gedenkfeier in Diskussion steht, zeigen deutlich die unterschiedlichen Auffassungen im politischen Raum. Kritiker wie Dietmar Bartsch von der Linken warnen vor einer problematischen „atmosphärischen Veränderung“, die durch solche Feierlichkeiten entstehen könnte, und fordern eine zivilere Ausrichtung der Bundeswehr.

Die Feierlichkeiten in Hamburg und die bundesweiten Aktivitäten zum Veteranentag stehen also nicht nur für Anerkennung, sondern auch für einen aufgeladenen gesellschaftlichen Diskurs über die Rolle und den Platz des Militärs in der deutschen Gesellschaft.