Groß Leppin, ein charmantes Haufendorf in der südlichen Prignitz, liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Havelberg an der Karthane. Die Karthane, ein malerischer Fluss, schlängelt sich in Richtung Plattenburg und mündet bei Wittenberge in die Elbe. Die ersten Ansiedler, die sich hier niederließen, stammten aus der Altmark und schufen eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, die es bis heute geblieben ist. Groß Leppin wurde erstmals im Jahr 1248 urkundlich erwähnt und hat seitdem eine wechselvolle Geschichte erlebt, die tief in den regionalen Traditionen verwurzelt ist. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Die frühen Jahre des Dorfes waren von der Landwirtschaft geprägt. Bereits 1576 zählte man 15 Hüfner und 14 Kossäten, was die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region unterstreicht. Im Jahr 1300 wurde eine Wehrkirche erbaut, die bis heute ein markantes Wahrzeichen des Dorfes ist. Diese Kirche wurde 1558 als Mutterkirche bezeichnet und hat seitdem viele Veränderungen und Erweiterungen erfahren, einschließlich des Umbaus um 1700 und der Erneuerung der Sitzplätze im Jahr 1876. Die Kirche ist somit ein hervorragendes Beispiel für die Baukunst der Prignitz. Weitere Details zur Geschichte finden Sie hier.
Die Herausforderungen der Geschichte
Die Geschichte von Groß Leppin ist nicht ohne Herausforderungen. Der Dreißigjährige Krieg führte zu Plünderungen und Not, was die Bevölkerung stark belastete. Eine Volkszählung im Jahr 1652 ergab nur noch sechs Personen im Dorf, was die verheerenden Auswirkungen des Krieges verdeutlicht. Doch die Dorfbewohner gaben nicht auf und begannen, ihre Heimat nach den Zerstörungen wieder aufzubauen. Bereits 1869 waren die meisten Gebäude wiederhergestellt, nun in massiver Bauweise und mit Ziegeldächern.
Die Gemeinde hat auch moderne Entwicklungen durchlebt. Im Jahr 1922 erhielt Groß Leppin den Stromanschluss, was einen großen Fortschritt für die Bewohner darstellte. Zudem wurde 1921 ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem alten Friedhof errichtet, eine Geste des Gedenkens an die Opfer der Kriege.
Ein Teil der Gemeinde Plattenburg
Heute ist Groß Leppin ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Glöwen der amtsfreien Gemeinde Plattenburg im Landkreis Prignitz. Mit Kletzke, Zernikow, Schrepkow und weiteren Nachbarorten verbindet das Dorf eine lange Geschichte gemeinsamer Entwicklung. Es liegt nur 6 Kilometer südlich von Kletzke und 20 Kilometer südwestlich von Perleberg, was Groß Leppin eine zentrale Lage innerhalb der Region verleiht. Im Jahr 2001 schloss sich Glöwen mit sieben anderen Gemeinden zur amtsfreien Gemeinde Plattenburg zusammen, und Groß Leppin wurde ein bewohnter Gemeindeteil dieser neugebildeten Gemeinde.
Die abwechslungsreiche Geschichte und die kulturellen Traditionen machen Groß Leppin zu einem interessanten Ziel für Geschichtsinteressierte und Naturfreunde gleichermaßen. Die alte Wehrkirche, die an die turbulentesten Zeiten der Region erinnert, ist ein eindrucksvolles Erbe, das die Dorfbewohner bis heute aktiv pflegen. So bleibt Groß Leppin nicht nur ein lebendiger Teil der Prignitz, sondern auch ein Ort, der die Geschichten seiner Vergangenheit lebendig hält.



