Frauenmorde in Deutschland: Jeder dritte Tag eine Frau getötet!
In Groß Borstel ruft ein tragischer Femizid Fragen zur Gewalt gegen Frauen und zur Verantwortung der Behörden hervor.

Frauenmorde in Deutschland: Jeder dritte Tag eine Frau getötet!
In Deutschland sind Femizide eine tragische Realität. Am 12. November 2025 ereignete sich ein weiterer erschütternder Vorfall, als der 34-jährige Derek W. seine Frau Stefanie in einem Streit erstach. Vor dem Mord hatte er am Morgen noch eine Nachricht an sie geschickt, in der er sich eine Verbesserung ihrer Beziehung wünschte. Solche schockierenden Taten sind kein Einzelfall: Laut Spiegel TV wird in Deutschland fast täglich eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Häufige Motive sind Trennungsabsichten oder schlicht das Geschlecht der Frau.
Die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen sind alarmierend. Im Jahr 2023 wurden allein in Deutschland 155 Frauen durch ihren (Ex-)Partner ermordet, berichtet die Bundeszentrale für politische Bildung. Femizid beschreibt die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts und ist oft das Resultat jahrzehntelanger Gewalt. Hierbei sind nicht nur psychische und körperliche Angriffe fatal, sondern auch wirtschaftliche und sexualisierte Gewalt, die Frauen in ihrer Existenz gefährden. Die Dunkelziffer ist dabei hoch, da eine einheitliche Definition des Femizids bisher fehlt und Tatmotive häufig in der Statistik nicht erfasst werden.
Globale Perspektiven auf Femizide
Die UN Women hat in ihrer neuesten Publikation zu Femiziden im Jahr 2023 aufgezeigt, dass geschlechtsspezifische Tötungen die extremste Form von Gewalt darstellen und oft aus vorhergegangener Gewalt innerhalb der Familie hervorgehen. Obwohl Femizide vermeidbar sind, wurde in den letzten Jahren zu wenig Fortschritt erzielt, um diese unsäglichen Taten zu reduzieren. Ein guter Teil der Initiative zur Verbesserung der Situation liegt darin, alle Opferzahlen zu erfassen und sicherzustellen, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden, wie in der UN Women Untersuchung betont wird.
Die Diskussion rund um Femizide wirft auch essentielle Fragen auf: Wie können wir als Gesellschaft präventiv eingreifen? Welche sozialen und kulturellen Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung von Gewalt gegen Frauen? Und nicht zuletzt: Wie gehen die zuständigen Behörden mit dem Problem um? Leider schieben sich die zuständigen Stellen häufig gegenseitig die Verantwortung zu, statt gemeinsam Lösungen zu finden. Ein Beispiel hierfür ist Berlin Schöneberg, wo ein Hotel seit geraumer Zeit als Unterkunft für wohnungslose Menschen genutzt wird. Bedenken aus der Nachbarschaft, darunter homophobe Angriffe und Diebstähle, nehmen zu, was die bereits angespannte Stimmung im Kiez weiter negativ beeinflusst.
Femizide und Gewalt gegen Frauen sind nicht nur individuelle Tragödien, sondern ein gesamtes gesellschaftliches Problem. Wenn wir an einer besseren, sichereren Zukunft arbeiten wollen, müssen wir uns mit den Wurzeln der Gewalt auseinandersetzen und ein starkes Zeichen setzen – für Frauen, für ihre Rechte und für eine gewaltfreie Gesellschaft.