In Hamburg wird es wieder ernst: Ab sofort sind Gasprüfer im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um die Sicherheit der Gasheiztechnik in Haushalten zu gewährleisten. Die Fachleute der Hamburger Energienetze sind dabei gesetzlich verpflichtet, alle zwölf Jahre die Gas-Hausanschlüsse zu überprüfen. Dieses Jahr stehen insgesamt 14.000 Adressen auf dem Prüfstand, darunter auch Stadtteile wie Eppendorf, Alsterdorf, Billstedt, Eimsbüttel und St. Pauli. Unterstützung erhalten die Prüfer von Partnerfirmen der Hamburger Energienetze, die ebenfalls über die nötige Expertise verfügen.
Die betroffenen Haushalte erhalten vorab einen Brief, der über den Termin der Überprüfung informiert. Ein kleiner Pluspunkt für die Bewohner: Wer mit dem vorgeschlagenen Termin nicht zurechtkommt, kann einen Wunschtermin buchen. Die Überprüfung selbst ist für Haus- und Wohnungseigentümer kostenlos, aber dennoch gesetzlich vorgeschrieben. Diese Routinekontrollen sind nicht nur ein gesetzliches Muss, sondern auch notwendig, um den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten. Bei Mehrfamilienhäusern findet die Inspektion in der Regel im Keller oder Wirtschaftsraum statt, sodass die Prüfer nicht in die Wohnungen selbst gelangen müssen. Trotz der kostenlosen Überprüfung ersetzt dies jedoch nicht die regelmäßige Wartung der gesamten Innenanlage und Gasgeräte, die Eigentümer selbst in Auftrag geben müssen.
Die Details der Prüfung
Die G465-Prüfung, die für jedes gasversorgte Haushalt alle zwölf Jahre durchgeführt wird, umfasst eine gründliche Inspektion der Gasleitungen. Dabei wird besonders auf die Dichtigkeit der Gaszähler und Gasdruckregler geachtet, sofern diese am Hausanschluss angebracht sind. Die Inspektion der Leitungen ist vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) vorgeschrieben, der verbindliche Regelwerke für die Gasversorgung herausgibt. Diese Prüfungen helfen, langfristige Schäden an Anlagenteilen frühzeitig zu erkennen und somit die Sicherheit der Gasversorgung zu erhöhen. Die Prüfer müssen sich ausweisen können, was ein zusätzliches Maß an Sicherheit für die Bewohner darstellt.
Statistiken und Sicherheitsvorkehrungen
Unfälle oder Störungen an Gasinstallationen sind statistisch gesehen eher selten. Von 2000 bis 2017 waren 56% der Unfälle, die mit Personenschaden, Explosion oder Brand in Verbindung standen, auf kundenverursachte Mängel zurückzuführen, wie beispielsweise unsachgemäße Eingriffe oder unterlassene Wartung. Um solchen Gefahren entgegenzuwirken, hat der DVGW sowohl aktive als auch passive Sicherheitsmaßnahmen definiert. Aktive Maßnahmen beinhalten spezielle Bauteile, die einen ungewollten Gasaustritt selbstständig unterbrechen, während passive Maßnahmen die Anordnung von Gasinstallationen in weniger zugänglichen Räumen vorschreiben.
Die häufigsten Ursachen für sofortmeldepflichtige Ereignisse an Gasleitungen sind mechanische und thermische Fremdeinwirkungen, wie etwa durch Baumaschinen oder extreme Temperaturen. Um Schäden in diesem Bereich zu minimieren, wurde die Arbeitsgemeinschaft BALSibau ins Leben gerufen, die gemeinsam von DVGW, Deutsche Telekom, VDE und AGFW gegründet wurde. Diese Initiative zielt darauf ab, Unfälle und Schäden bei Erd- und Tiefbauarbeiten in der Nähe von Leitungen zu reduzieren und somit die Sicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen.
Die aktuellen Überprüfungen in Hamburg sind also nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine wichtige Maßnahme, um die Sicherheit im Umgang mit Gas zu gewährleisten. Die Fachleute der Hamburger Energienetze sind bestens geschult, und die regelmäßige Kontrolle hilft, potenziellen Gefahren frühzeitig zu begegnen. Wer mehr über die Sicherheitsvorkehrungen und den rechtlichen Rahmen erfahren möchte, findet weiterführende Informationen beim NDR, GWF und beim DVGW.