In einer herausragenden Auszeichnung für die medizinische Forschung wird Dr. Felicitas Hengel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) als diesjährige Preisträgerin des Dr. Martini-Preises gefeiert. Der Preis, welcher mit 15.000 Euro dotiert ist, wird für ausgezeichnete Forschungsarbeiten verliehen und erweckt besonderes Interesse, da er das erste Mal seit 14 Jahren ausschließlich an eine Frau, nämlich Dr. Hengel, vergeben wird. Ihre Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Anti-Nephrin-vermittelte Podozytopathie, eine Autoimmunerkrankung der Niere, die für viele Patienten von erheblichem Gesundheitsrisiko ist.
Die Anti-Nephrin-vermittelte Podozytopathie umfasst schwere Nierenerkrankungen wie die Minimal-Change-Erkrankung (MCD) und die primäre fokal-segmentale Glomerulosklerose. Diese Krankheiten führen zu einer gestörten Blutfiltration in den Nieren, was zu einem massiven Eiweißverlust über den Urin und folglich zu ernsten gesundheitlichen Problemen wie Fettstoffwechselstörungen, Blutgerinnseln und Immunschwäche führt. Dr. Hengels Forschung trägt entscheidend dazu bei, die Ursachen dieser Erkrankungen besser zu verstehen und könnte in Zukunft sowohl die Diagnostik als auch die Therapie erheblich verbessern. Ihre Arbeit wird in der Fachzeitschrift J Clin Invest veröffentlicht, wo sie detailliert die Auswirkungen von Anti-Nephrin-Autoantikörpern untersucht hat.
Forschung mit Weitblick
In ihrer Forschungsarbeit, die im Januar 2025 veröffentlicht wurde, hat Dr. Hengel ein neues Testverfahren zur Quantifizierung von Anti-Nephrin-Autoantikörpern entwickelt. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Diagnostik dar, da diese Autoantikörper als Auslöser der Erkrankung identifiziert werden konnten. Laut ihren Ergebnissen kann der Verlauf von Patienten mit der an Autoimmunität leidenden MCD durch neue Behandlungsansätze wie Plasmaaustausch (PLEX) und Medikamente wie Ciclosporin A (CsA) gezielt verbessert werden. Der Dr. Martini-Preis wird seit 1880 von Hamburger Kaufleuten stiftet und ist ein wichtiger Indikator für vielversprechende wissenschaftliche Karrieren in der Region.
Doch nicht nur die Ehre, sondern auch beträchtliche finanzielle Mittel stehen Dr. Hengels Team zur Verfügung, um die vielversprechenden Erkenntnisse weiter zu vertiefen. Die wichtige Rolle, die Anti-Nephrin-Autoantikörper in der Nephrologie spielen, wird in ihrer Publikation umfassend behandelt und könnte viele Türen für zukünftige Forschung öffnen. Die Nierengesundheit ist nicht nur in Hamburg, sondern weltweit ein großes Thema, und Dr. Hengel könnte mit ihren Erkenntnissen eine führende Rolle in der künftigen medizinischen Forschung einnehmen.
Somit zeigt die Verleihung des Dr. Martini-Preises an Dr. Felicitas Hengel nicht nur die Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen, sondern auch die große Hoffnung auf Fortschritte im Bereich der Nephrologie. Ihre innovative Herangehensweise an die komplexen Mechanismen der Nierenerkrankung stellt einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Forschungslage dar und lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken.
Für weitere Informationen zu Dr. Hengels Forschung und dem Dr. Martini-Preis, besuchen Sie bitte die Seiten idw-online.de und pubmed.ncbi.nlm.nih.gov.