Heute ist der 12.02.2026, und die Wissenschaftswelt blickt auf einen bemerkenswerten Erfolg: Der Dr. Martini-Preis 2026 wurde an Dr. Felicitas Hengel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verliehen. Dieser Preis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, wird für herausragende medizinische Forschungsarbeiten vergeben und ist in diesem Jahr besonders, denn es ist das erste Mal seit 14 Jahren, dass der Preis ausschließlich an eine Wissenschaftlerin verliehen wurde.

Dr. Hengel wurde für ihre umfassende Forschung zur Anti-Nephrin-vermittelten Podozytopathie ausgezeichnet, einer Autoimmunerkrankung der Niere, die ernsthafte gesundheitliche Folgen hat. Ihre Arbeit trägt dazu bei, die Ursachen dieser Erkrankung besser zu verstehen und könnte entscheidend zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie beitragen. Die Anti-Nephrin-vermittelte Podozytopathie umfasst Erkrankungen wie die Minimal-Change-Erkrankung (MCD) und die primäre fokal-segmentale Glomerulosklerose. Diese Erkrankungen führen zu einer gestörten Blutfiltrierung in der Niere und verursachen einen massiven Eiweißverlust im Urin, was zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen kann, darunter Fettstoffwechselstörungen und Immunschwäche.

Innovative Forschungsergebnisse

Ein herausragendes Element von Dr. Hengels Forschung ist das neu entwickelte Testverfahren zur Quantifizierung von Anti-Nephrin-Autoantikörpern, das sie als Auslöser der Erkrankung nachweisen konnte. Ihre Arbeit wurde auch in der Fachzeitschrift J Clin Invest veröffentlicht, wo sie unter anderem die Auswirkungen von Anti-Nephrin-Autoantikörpern auf Podozyten mit minimalen Veränderungslesionen darstellt (siehe PubMed). Die Veröffentlichung, die am 16. Januar 2025 erschien, zeigt verschiedene experimentelle Ergebnisse, darunter Immunfluoreszenzfärbungen in Nieren von Kaninchen und Western Blot-Analysen von Glomerulus-Extrakten.

Dr. Hengel und ihre Kollegen, darunter auch TBH und NMT, haben ein anhängiges Patent zur Messung von Anti-Nephrin-Antikörpern (Patentnummer 1878 LU) und erhielten zudem Finanzierung von Euroimmun AG für die Entwicklung entsprechender Tests. Ihre Forschung ist nicht nur innovativ, sondern öffnet auch neue Wege für die Behandlung von Patienten, die an diesen schweren Nierenerkrankungen leiden. Behandlungsoptionen wie Plasmaaustausch (PLEX), Ciclosporin A (CsA) und Rituximab (Rtx) könnten durch die Erkenntnisse von Dr. Hengel verbessert werden.

Ein Preis mit Tradition

Der Dr. Martini-Preis, der 1880 von Hamburger Kaufleuten gestiftet wurde, wird jährlich an Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen in Hamburger Krankenhäusern verliehen. In diesem Jahr wird die Entscheidung, den Preis an eine Wissenschaftlerin zu vergeben, in der wissenschaftlichen Community positiv aufgenommen. Dies könnte ein Zeichen für einen Wandel in der Wahrnehmung und Förderung von Frauen in der Wissenschaft sein.

Die Arbeit von Dr. Felicitas Hengel ist ein bemerkenswerter Beitrag zur Nephrologie und könnte weitreichende Auswirkungen auf die Behandlung von Autoimmunerkrankungen haben. Ihre Forschung bietet nicht nur neue Erkenntnisse, sondern könnte auch die Lebensqualität vieler Patienten verbessern, die an diesen komplexen Erkrankungen leiden.