Cannabis-Legalisierung: Schwarzmarkt bleibt trotz Gesetz eine Herausforderung
Am 29.09.2025 zeigen Experten der Uni Hamburg-Eppendorf, dass die Cannabis-Legalisierung den Schwarzmarkt kaum beeinflusst hat.

Cannabis-Legalisierung: Schwarzmarkt bleibt trotz Gesetz eine Herausforderung
Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland sorgt auch über ein Jahr nach der teilweisen Legalisierung für kontroverse Diskussionen. Am 1. April 2024 trat das Konsumcannabisgesetz in Kraft, das es Volljährigen unter bestimmten Auflagen ermöglicht, Cannabis zu konsumieren. Doch wie die aktuellen Berichte der Forscher der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Düsseldorf sowie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen aufzeigen, hat sich der Schwarzmarkt bislang nicht entscheidend verändert. Diese Erkenntnisse stammen aus einer umfassenden Evaluation des gesetzlichen Rahmens, die noch bis 2028 fortgeführt werden soll.
Laut Ärzte Zeitung wurde berichtet, dass bislang keine relevanten Erfolge im Kampf gegen den Schwarzmarkt vorzuweisen sind. Anbauvereinigungen schaffen es nicht, dem illegalen Handel ernsthaft entgegenzuwirken. So wurde geschätzt, dass 2024 etwa 5,3 Millionen Erwachsene in Deutschland Cannabis konsumierten, während der legale Anbau lediglich für 12 bis 14 Prozent des Gesamtbedarfs von geschätzten 670 bis 823 Tonnen aufkommt.
Der Schwarzmarkt bleibt dominant
Die Evaluation des Konsumcannabisgesetzes hat gezeigt, dass illegale Weitergaben im sozialen Umfeld weiterhin die zentrale Bezugsquelle für viele Konsumenten darstellen. Selbst bei einem signifikanten Anstieg von konsumbezogenen Gesundheitsstörungen mit einem höheren THC-Gehalt bleibt der illegale Markt hoch im Kurs. Laut dem Suchtforscher Dr. Jakob Manthey sind kurzfristige Veränderungen in der Struktur des Konsummarktes kaum zu erwarten.
Die Sicherheitsbehörden äußern sich ebenfalls kritisch in Bezug auf die gesetzlichen Regelungen. Ihnen ist die erlaubte Besitzmenge von 25 Gramm und die unpraktikablen Abstandsregelungen, die mit dem Gesetz einhergehen, ein Dorn im Auge. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat daraufhin den politischen Diskussionsbedarf aufgrund dieser Kritiken erkannt, möchte jedoch dennoch keine sofortigen Gesetzesänderungen vornehmen. Sie betont, dass die Ansprüche an Kinder- und Jugendschutz sowie zulässige Besitzmengen weiterhin Priorität haben sollten.
Der Weg nach vorne
Eine grundlegende Überprüfung der Sinnhaftigkeit des Gesetzes fordern unter anderem auch Politiker wie Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. Dieser bezeichnet das bestehende Gesetz als nicht funktionierend und fordert eine grundlegende Neubewertung. Währenddessen wird angeregt, die Rahmenbedingungen für Anbauvereinigungen zu vereinfachen, um letztlich den Schwarzmarkt noch besser zurückzudrängen. Die Evaluation des Gesetzes wird in mehreren Stufen und bis 2028 fortgeführt, mit einem Fokus auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und die organisierte Kriminalität.
Zusammenfassend bleibt abzuwarten, ob die angestoßene Diskussion um mögliche Reformen und die erste Evaluation des Gesetzes zu wirklichen Veränderungen führen wird. Das Thema Cannabis bleibt ein heißes Eisen in der deutschen Politik – da ist sicher noch viel Bewegung in die Sache zu bringen.