In Hamburg hat die Polizei in der Nacht außergewöhnliche Geschwindigkeitsüberschreitungen zur Anzeige gebracht. Vier Fahrer, verdächtigt an einem illegalen Autorennen teilgenommen zu haben, wurden im Stadtteil Dulsberg gestoppt. Ein aufmerksamer, nicht diensthabender Polizist beobachtete, wie die hochmotorisierten Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit über die Zeppelinstraße in Fuhlsbüttel rasten und dabei alle Fahrspuren blockierten, was eine erhebliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellte.

Die Streife konnte die Raser schließlich in Norderstedt stoppen. Zwei von ihnen versuchten, sich der Kontrolle zu entziehen, wurden jedoch in einer Nebenstraße aufgehalten. Im Rahmen dieser Kontrolle leitete die Polizei Strafverfahren gegen drei Männer – im Alter von 28, 29 und 30 Jahren (darunter ein kanadischer, deutscher und afghanischer Staatsbürger) – sowie gegen eine 28-jährige afghanische Staatsbürgerin ein. Ein BMW X6, einen Porsche Cayenne, einen Daimler-Benz C300 und einen VW Golf konfiszierten die Beamten. Die Führerscheine der Beteiligten wurden sichergestellt, und von einem Fahrer, der im Ausland lebt, wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.500 Euro erhoben. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurden die Beteiligten vor Ort entlassen. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Polizeikommissariat 34.

Hintergrund zur Strafverfolgung

Die rechtlichen Konsequenzen für illegale Autorennen wurden seit Mitte Oktober 2017 erheblich verschärft. Das Gesetz sieht nun einen eigenen Straftatbestand vor. Zuvor konnten solche Rennen nur als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen geahndet werden. Der Gesetzgeber verfolgt mit diesem Schritt das Ziel, entschieden gegen die Raser-Szene vorzugehen. So stellt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts klar, dass das Verbot von Einzelrennen mit dem Grundgesetz konform ist (Aktenzeichen 2 BvL 1/20).

Wer an einem verbotenen Autorennen teilnimmt, muss mit Geldstrafe oder sogar bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Bei schwerem Personenschaden kann die Strafe auf bis zu zehn Jahre ansteigen, und auch die Einziehung von Fahrzeugen sowie die Entziehung der Fahrerlaubnis stehen im Raum. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Verurteilungen, selbst in Fällen mit Todesfolge, wobei die Urteile bis zu lebenslangen Haftstrafen reichten. Diese und viele weitere Maßnahmen sollen die Zunahme von illegalen Autorennen in den Griff bekommen, die laut Spiegel in den letzten Jahren stark angestiegen sind.

Die Polizei führt nicht nur Kontrollen durch, sondern geht auch proaktiv gegen die organisierte Raser-Szene vor. Besonders in Gegenden wie Hamburg, wo die Straßen oft zu entsprechenden Rennen genutzt werden, ist die Gefahr für Unbeteiligte besonders hoch. Es ist wichtig, dass gesunde Verkehrssicherheit Priorität hat, damit alle Bürger gefahrlos mobil bleiben können.