Heute ist der 12.02.2026 und die 76. Berlinale hat begonnen! Eröffnet wird das renommierte Filmfestival mit dem Film „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Diese Komödie, die größtenteils in Hannover, Rostock und Hamburg gedreht wurde, spielt im Jahr 2021, also vor der Machtübernahme der Taliban. Sadat, die seit 2021 in Hamburg lebt und zuvor in Kabul residierte, betont, dass ihr Werk nicht als Repräsentation des gesamten afghanischen Volkes gesehen werden sollte, sondern die individuelle Geschichte einer bestimmten Frau erzählt.
„No Good Men“ wurde von der Lübecker Produktionsfirma Adomeit Film produziert und erhielt Fördermittel von Nordmedia sowie der MOIN Filmförderung, die Sadats Filmschaffen insgesamt mit 354.000 Euro unterstützt hat. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda äußerte sich begeistert über die Eröffnung der Berlinale mit einem Film aus der Hansestadt. Helge Albers von MOIN Filmförderung hob die starke norddeutsche Präsenz beim Festival hervor, die insgesamt acht Produktionen aus Hamburg umfasst.
Vielfältige Filmproduktionen aus Hamburg
Zu den weiteren Hamburger Produktionen, die auf der Berlinale zu sehen sind, gehört das Drama „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak, das den Wettbewerb eröffnet und ebenfalls teilweise in Hamburg gedreht wurde. Diese Geschichte handelt von einem gefeierten Theater-Ehepaar, das ins Visier des türkischen Staates gerät. Das Drama „der Heimatlose“ von Kai Stänicke feiert seine Weltpremiere in der Reihe „Perspectives“ und wurde auf Sylt und Norderney gedreht. Zudem laufen in der Panorama-Sektion zwei NDR-Koproduktionen: „Roya“ von Mahnaz Mohammadi und „Dance around the Self“ von Sabine Lidl.
Bei den Filmfestspielen wird zudem das „Hamburg Tea Time“ stattfinden, ein Empfang des Hamburger Senats in Kooperation mit der MOIN Filmförderung. Geladene Gäste, darunter das Cast von „Der Heimatlose“ sowie prominente Regisseur:innen, werden anwesend sein, um das Filmschaffen aus Hamburg auf internationaler Bühne zu würdigen und Networking-Möglichkeiten zu schaffen.
Unterstützung für geflüchtete Künstler:innen
Ein zentraler Aspekt der Berlinale ist die Unterstützung geflüchteter Künstler:innen. Shahrbanoo Sadat, die unter dramatischen Bedingungen aus Afghanistan geflohen ist, hat bereits mehrere Filme gedreht, darunter „Wolf and Sheep“, für den sie 2016 in Cannes ausgezeichnet wurde. Nach ihrer Flucht in Deutschland stieß sie jedoch auf bürokratische Hürden, die es ihr erschwerten, an ihrem neuen Skript zu arbeiten. Das Nipkow-Programm und das „Artist at Risk“-Programm haben ihr und anderen Filmemachern aus aller Welt geholfen, Förderungen zu erhalten und Netzwerke zu knüpfen.
Ein weiteres Beispiel für den Mut und die Kreativität geflüchteter Filmemacher ist Mahnaz Mohammadi, deren Film „Roya“ ebenfalls auf der Berlinale zu sehen ist. Mohammadi hat sich für die Rechte von Frauen eingesetzt und ist mehrfach im Gefängnis gewesen. Die Bürokratie in Deutschland stellt für viele Exilfilmemacher eine große Hürde dar, während Länder wie Frankreich als aufgeschlossener gelten.
Sadat wünscht sich mehr Wertschätzung für die Arbeit von Exilfilmemachern und plädiert für eine größere Diversität in den Themen, die in ihren Filmen behandelt werden. Ursprünglich als Komödie konzipiert, wurde „No Good Men“ in eine „romantische Komödie“ umgeschrieben, um Fördergelder zu erhalten. Die Berlinale läuft bis zum 22. Februar 2026, mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären am 21. Februar.
Für weitere Informationen über die Berlinale und die geförderten Produktionen können Sie die Quelle hier und hier nachlesen. Außerdem finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Exilfilme in der Quelle hier.