Hamburg macht wieder von sich reden und schickt den Wandel im öffentlichen Nahverkehr auf die Überholspur. Mit dem heutigen Abschluss der Bauarbeiten am neuen Betriebshof für autonome Shuttles in Barmbek hat die Stadt einen bemerkenswerten Schritt in Richtung moderner Mobilität gemacht. An dieser Stelle ließe sich fast von einem Meilenstein sprechen, denn der neue Betriebshof bietet die ideale Grundlage für die Zukunft des Verkehrs in Hamburg.
Der Betriebshof ist speziell für autonome Fahrzeuge konzipiert und wird Teil des innovativen Projekts „Alike“. Ab dem kommenden Jahr startet hier der Testbetrieb. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern ist nicht nur Platz für die Shuttles, sondern es gibt auch eine umfassende Ladeinfrastruktur, eine Werkstatt und eine Leitstelle, die alles koordinieren wird. Mit Platz für bis zu zehn Fahrzeuge können die Tests schrittweise ausgeweitet werden, was die Mobilität in der Stadt nachhaltig verändern könnte. Hochbahn Vorstandschef Robert Henrich sieht die zentrale Lage nahe der U-Bahn-Station Hamburger Straße als weiteren Vorteil, während Holon CSO Sven Herzig die Synergie von Technik, Ladepunkten und Datenverarbeitung im neuen Hub betont.
Fortschrittliche Technik und flexible Nutzung
Die autonome Flotte wird von Holon betrieben und bietet Platz für 15 Personen, inklusive barrierefreier Zugänge sowie visuellen und auditiven Systemen. Sicherheit ist ein großes Thema: Während der Testphase wird ständiges Sicherheitspersonal an Bord sein. Die Nutzergruppe kann die Shuttles bequem über die Apps hvv switch und Moia buchen, die für flexibles und nachhaltiges Ridepooling stehen.
Das gesamte Testgebiet erstreckt sich über 37 Quadratkilometer, vom Stadtpark bis zur Elbe, von Schlump bis Wandsbek. Hier zeigen sich auch die Stärken des Projekts Alike, das nicht nur die Flotte autonom fahrender Shuttles integriert, sondern auch eine Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen fördert. In diesem Zusammenhang erhält das Projekt eine Förderung vom Bund in Höhe von 26 Millionen Euro über drei Jahre, was das Engagement der Stadt für die Transformation des Nahverkehrs eindrucksvoll unterstreicht. Diese Initiative soll Hamburg als Modell für andere Städte positionieren.
Zusätzliche Perspektiven im ÖPNV
Apropos innovative Verkehrslösungen: Auch das Projekt SUE (Self-Driving Urban E-Shuttle) bekommt in diesem Kontext Beachtung. Geplant als Ergänzung zu bestehenden Verkehrssystemen, will SUE ebenfalls nachhaltige Mobilität bieten und könnte im ländlichen Raum für Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr sorgen. Der Prototyp ist straßenzugelassen und wird mit einem 63-kWh-Batteriesystem angetrieben. Hierbei wird auch der umweltfreundliche Aspekt wie der Einsatz von recycelbaren Materialien und ein niedriges Einstiegshöhenkonzept für barrierefreien Zugang betont.
Mit der Kombination aus innovativen Initiativen wie Alike und SUE wird klar, dass Hamburg sich nicht nur in der Metropolregion weiterentwickeln möchte, sondern auch eine Vision für die Mobilität der Zukunft hat. Und so könnte es sein, dass wir uns schon bald von den traditionellen Verkehrsmitteln verabschieden müssen – die modernen, autonomen Shuttles stehen bereit für den nächsten Schritt in die Zukunft.