Die Osterbekstraße in Hamburg, ganz im Grünen gelegen und eine beliebte Route für Radfahrende aus Barmbek-Nord in Richtung Alster und Innenstadt, steht im Mittelpunkt eines spannenden Umgestaltungsprojekts. Die innovative Idee, die Fahrradstraße umzugestalten, wurde einstimmig vom Hauptausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschlossen und soll dazu beitragen, die Mobilität in der Stadt nachhaltig zu verbessern. Diese Entscheidung folgt dem Druck der GRÜNEN und der SPD, die die Eignung der Straße als Fahrradroute betonen. Ein wichtiger Punkt für viele Radfahrende ist die teilweise autofreie Nutzung der Osterbekstraße, die ihre Vorteile in einem geringen Verkehrsaufkommen für Autos und Fahrräder ausspielt. Der ADFC hat diese notwendige Verbindung schon lange auf seiner Wunschliste, da die Alternativen über die Jarrestraße oder Weidestraße oft als unsicher gelten, insbesondere bei höherem Verkehrsaufkommen.
Ein großes Thema in der Hamburger Verkehrspolitik ist die Frage der Sicherheit für Radfahrer. Laut NDR gibt es in Hamburg auf einen Kilometer Straße weniger als 400 Meter Radweg, ein Missstand, den viele Verkehrsexperten, einschließlich Dirk Lau vom ADFC, anprangern. Dennoch bleibt das Ziel, bis 2030 80% aller Wege klimafreundlich zurückzulegen, mehr als nur eine Absichtserklärung. Diese permanente Herausforderung scheint sich ebenfalls in der Osterbekstraße zu manifestieren, wo die angestrebte Umgestaltung als Fahrradstraße wohl auch nicht ohne Widerstand realisiert werden kann.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Vision für die Osterbekstraße umfasst eine Asphaltierung der Fahrbahn, um die Nutzung für Radfahrer zu optimieren und die Straße fit für die Zukunft zu machen. Die Pläne beinhalten, dass die äußeren Abschnitte, die zur Zeit auch von Autos befahren werden, in Fahrradstraßen umgewandelt werden. Doch schon jetzt zeigt sich ein kleines Problem: Der Umbau wurde, wie die ADFC berichtet, aufgrund eines Moratoriums und der benötigten Umplanung ausgebremst. Der Verlust von Parkständen sei unvermeidbar, doch die zuständigen Behörden bleiben unentschlossen in der Realisierung. Der erste Bauabschnitt, der für 400 Meter zwischen dem Friesenweg und der Händelstraße geplant ist, wird voraussichtlich erst 2031 realisiert, was die radfreundlichen Ambitionen in der Hansestadt bedrückt.
In der Umgebung der Osterbekstraße gibt es ähnliche Herausforderungen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Planungen, wie die Instandsetzung des Gehwegs in der Oberschlesischen Straße oder die Umgestaltung der Dreiecksfläche Gleisbogen, aufgrund des Moratoriums zurückgestellt. Diese Ankündigungen stellen einen echten Rückschlag für die Ausweitung der Radinfrastruktur dar, die für eine nachhaltige Mobilitätswende so wichtig wäre.
Blick in die Zukunft
Die Umgestaltung der Osterbekstraße hat nicht nur lokale Auswirkungen, sondern auch Verbindungen zur übergreifenden Verkehrspolitik in Hamburg. Die Friedensallee in Altona soll Teil der Bezirksradrouten werden und wurde bereits seit 2013 in den Planungen berücksichtigt. Hier wird ein erster Abschnitt zwischen der Händelstraße und der Von-Sauer-Straße realisiert, gleichwohl bleibt der zweite Abschnitt bis auf Weiteres in der Schwebe. Während der Hamburger Senat verspricht, die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern, zeigt sich in der Praxis oft, dass es noch viele Hürden gibt, die genommen werden müssen.
Solange die Unsicherheiten in den Planungen bestehen und wichtige Projekte im Parkmomentum steckenbleiben, bleibt der Traum von einer wirklich durchgängigen und sicheren Radinfrastruktur in Hamburg eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Die Anlieger und Radfahrenden werden die Entwicklungen daher mit vollem Interesse verfolgen und darauf hoffen, dass die geplanten Umgestaltungen endlich realisiert werden, um das Radfahrerlebnis in der Stadt deutlich zu verbessern.



