Die Osterbekstraße in Barmbek-Süd ist ein beliebter und ruhiger Ort für Radfahrende, die die Strecke von Barmbek-Nord in Richtung Alster und Innenstadt nutzen. Diese teilweise autofreie Verbindung erstreckt sich über knapp 1.000 Meter und ist mit Kopfsteinpflaster ausgestattet. Fuß- und Radwege sind vorhanden, jedoch sind die Wege in einigen Abschnitten, insbesondere zwischen der Schleidenstraße und Alstercity, nicht optimal befahrbar. Nach Regenfällen wird die wassergebundene Decke matschig, was die Nutzung für Radfahrende erheblich erschwert.
Besonders interessant ist, dass der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschlossen hat, die Umgestaltung der Osterbekstraße zur Priorität zu machen. Dies geschah auf Initiative von den GRÜNEN und der SPD, wobei Thorsten Schmidt, stellv. Vorsitzender der GRÜNEN Fraktion Nord, die Eignung der Straße als Fahrradstraße betont. Geplant ist eine Asphaltierung der Fahrbahn, um die Sicherheit und Befahrbarkeit für Radfahrende zu verbessern, während die äußeren Abschnitte, die auch für den Autoverkehr nutzbar sind, in Fahrradstraßen umgebaut werden sollen (siehe auch ADFC).
Herausforderungen und Verzögerungen
Doch trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es einige Herausforderungen. Die Pläne für die Umgestaltung der Osterbekstraße sehen einen Verlust von Parkständen vor, was nicht ohne Widerstand bleiben dürfte. Der ADFC hat die Verbindung lange auf seiner Wunschliste, da Alternativen über die Jarrestraße oder Weidestraße als unsicher gelten. Allerdings wurden die Forderungen nach Tempo 30 in diesen Straßen von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt, was die Situation für Radfahrende weiter erschwert. Zudem ist die Umsetzung der Umgestaltungspläne bis auf Weiteres in der Schwebe, und gute Ideen aus Anfragen werden aufgrund eines Moratoriums nicht weiterverfolgt.
Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Friedensallee in Hamburg-Altona, die Teil der Bezirksradrouten werden soll. Diese Route ist besonders wichtig, da sie eine Anbindung an die S-Bahnstation Bahrenfeld und als Schulweg dient. Die Planungen für den Umbau eines 900 Meter langen Abschnitts der Friedensallee bestehen bereits seit 2013 und wurden mehrfach an aktuelle Regelwerke angepasst. Dennoch wird der zweite Teilabschnitt vorerst nicht umgebaut, da er einer Überprüfung hinsichtlich des Parkplatzmoratoriums unterliegt. Das nächste Bauzeitfenster für den Bereich wird voraussichtlich erst 2031 verfügbar sein, was bedeutet, dass der mangelhafte Zustand bis dahin immer wieder geflickt werden muss.
Der Weg zu einer besseren Radinfrastruktur
Die Herausforderungen, die die Osterbekstraße und die Friedensallee betreffen, sind Teil eines größeren Problems in Hamburg, wo es auf einen Kilometer Straße weniger als 400 Meter Radweg gibt. Der Hamburger Senat hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 80% aller Wege klimafreundlich zurückzulegen, was bedeutet, dass der Radverkehr erheblich gefördert werden muss. In den letzten fünf Jahren wurden zwar etwa 60 Kilometer Radwege neu gebaut oder grundlegend erneuert, doch die Qualität dieser Wege ist oft ein größeres Problem als die Quantität. Dirk Lau vom ADFC Hamburg hebt hervor, dass gerade die Sicherheit der Radwege verbessert werden muss, um die Nutzung zu fördern.
Insgesamt gibt es in Hamburg etwa 1.500 Kilometer Radwege, im Vergleich zu 4.000 Kilometern für Autos. Um den Radverkehr zu stärken, sind durchgehende, baulich getrennte Radwege notwendig, da sie die Sicherheit erhöhen und die Nutzung fördern können (siehe auch NDR).



