Ein alarmierender Bericht des TÜV Nord zeigt auf, dass sich die Sicherheit von Aufzugsanlagen in Hamburg drastisch verschlechtert hat. Im Jahr 2025 wurden fast 12.900 Aufzüge geprüft, und bei zwei von drei Anlagen wurden Mängel festgestellt. Besonders besorgniserregend ist, dass beinahe jeder zehnte Aufzug erhebliche Mängel aufwies, darunter verschlissene Seile oder Riemen sowie defekte Kabinentüren. Bei den Prüfungen mussten einige der Aufzüge gar stillgelegt werden, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten. Diese Problematik ist nicht nur in Hamburg, sondern zieht sich durch ganz Deutschland. Der Anlagensicherheitsreport 2026 von den TÜV-Verbänden dokumentiert, dass 76,3% der geprüften Aufzugsanlagen mangelbehaftet sind – ein historischer Höchststand.
Wie in den letzten Jahren zu beobachten, hat die digitale Steuerung von Aufzügen ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung birgt neue Risiken, wie TÜV Nord warnt. Cyberattacken werden zu einer realen Bedrohung für viele Aufzüge, was die Betreiber zum Handeln auffordert. Das Thema Cybersecurity müsse ernster genommen werden, sagt der TÜV. Laut dem TÜV-Verband sind Betreiber von Aufzügen seit dem letzten Jahr verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen umzusetzen. Christian Thielmann, Experte für Aufzugsprüfungen bei TÜV Rheinland, hebt hervor, dass digitale Schwachstellen dringend erkannt werden müssen, um Gefahren zu minimieren.
Der Sicherheitsreport zeigt Trends
Im Rahmen des Anlagensicherheitsreports 2026 liegt der Fokus auf der Sicherheit technischer Anlagen in Deutschland, dies auch im Kontext geopolitischer Krisen und hybrider Angriffe. Der Report zeigt, dass 2025 10,8% der 723.270 geprüften Aufzüge erhebliche Mängel aufwiesen. Diese Mängel sind vielfältig: von verschlissenen Tragseilen über ausgefallene Notrufsysteme bis hin zu defekten Türverriegelungen. Die hohe Mängelquote wird unter anderem durch Defizite in der Cybersicherheit verursacht.
In Hamburg hat sich die Situation als besonders besorgniserregend herausgestellt. Nur 23% der Aufzüge in der Stadt bestanden die Prüfungen mängelfrei, was im Vergleich zu anderen Städten wie München mit 55% mängelfreien Anlagen oder Köln und Bonn mit 33% deutliche Defizite aufweist. Die Reputation der Stadt leidet unter diesen Zahlen, und es wird dringend ein Umdenken gefordert.
Die Regulierungen: Ein Schritt in die richtige Richtung?
Es ist nicht zu übersehen, dass die regulatorischen Anforderungen an die Aufzugsbetreiber komplex sind. Der TÜV-Verband spricht sich für eine Vereinfachung der Prüfanforderungen aus, um den Bürokratieaufwand zu minimieren und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten. Dies könnte möglicherweise dazu beitragen, die Mängelrate zu senken und die Sicherheitsstandards zu verbessern.
Insgesamt zeigt der aktuelle Bericht die dringende Notwendigkeit, hier schneller und effektiver zu handeln. Die Sicherheit unserer Aufzüge sollte niemals auf der Strecke bleiben – schließlich sind sie ein zentraler Bestandteil des städtischen Lebens. Wer möchte schon mit einem defekten Aufzug fahren, und was für ein Unglück könnte daraus entstehen? Die Verantwortlichen sind gefordert, beim Thema Anlagensicherheit und Cybersecurity die richtige Balance zu finden.
Weitere Informationen zu den Prüfungen der Aufzüge und zu den aktuellen Sicherheitsstandards können auf den Websites von NDR, TÜV-Verband und TÜV Rheinland abgerufen werden.



