Am Dienstagabend fand die festliche Verleihung des Hamburger Handwerkspreises 2025 statt, der auch als „Handwerks-Oscar“ bekannt ist. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) würdigte die Leistungen der Preisträger und hob die Bedeutung des Handwerks für die Stadt Hamburg hervor. Besonders im Fokus standen zwei beeindruckende Persönlichkeiten: Julian Stern aus Fuhlsbüttel sowie Seren Gören aus Rotherbaum.
Julian Stern, 43 Jahre alt, wurde als „Handwerker des Jahres“ ausgezeichnet. Er ist Kachelofen- und Luftheizungsbaumeister und führt die Firmen „Elbkamine Hamburg“ und „Elektrokamine Hamburg“, die er 2020 gegründet hat. Während der Corona-Pandemie erlebte er einen spürbaren Anstieg der Nachfrage nach seinen handgefertigten, emissionsfreien Lagerfeuern und LED-Alternativen. Stern kann stolz auf seine Leistungen blicken, da er auch mit dem renommierten Designpreis „Ofenflamme 2025“ für herausragende Arbeiten im Ofenbau geehrt wurde. Seine Expertise und die Qualität seiner Produkte haben ihn zum Favoriten vieler Hamburger gemacht.
Ein frischer Wind im Bestattungswesen
Auf der anderen Seite wurde Seren Gören, 30 Jahre alt und gebürtig aus Schleswig, in der Kategorie „Handwerksbetrieb des Jahres“ für ihr Bestattungsunternehmen „Das Himmelsprojekt“ ausgezeichnet. Erst 2024 hat sie ihren modernen Betrieb gegründet und zeigt damit, dass auch in diesem sensiblen Bereich frische Ansätze und innovative Ideen gefragt sind. Gören, die zuvor in zwei norddeutschen Bestattungsunternehmen tätig war und als Dozentin für Trauerpsychologie im Bundesausbildungszentrum für Bestatter arbeitet, setzt auf eine Kombination aus handwerklichen, administrativen und psychologischen Fähigkeiten. Ihr Ziel ist es, weitere Standorte zu eröffnen, um die moderne Bestattungskultur zu etablieren.
Die beiden Preisträger wurden nicht nur aufgrund ihrer Qualifikationen ausgewählt, sondern auch durch die Stimmen der über 5.300 Hamburgerinnen und Hamburger, die am Online-Voting teilnahmen. Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann betonte, dass die Verbundenheit der Hamburger mit den Handwerksbetrieben weiter wachse.
Handwerk im Wandel und die Rolle der Frauen
Während die Verleihung der Preise die herausragenden Leistungen von Julian Stern und Seren Gören würdigte, ist es wichtig, den Blick auf die Entwicklung im Handwerk insgesamt zu richten. Der Frauenanteil im Handwerk liegt bei lediglich 17,3 Prozent, und in vielen gewerblich-technischen Berufen sind Frauen unterrepräsentiert. Es gibt jedoch Lichtblicke, insbesondere in kreativen Handwerksberufen. Maßschneiderinnen (83,3 Prozent), Goldschmiedinnen (75,7 Prozent) und Konditorinnen (84,8 Prozent) zeigen, dass es auch in diesen Traditionen viele talentierte Frauen gibt, die das Handwerk neu mitgestalten.
Die jüngere Generation von Frauen drängt zunehmend in technische Berufe wie Kraftfahrzeugmechatronikerin, Tischlerin und Elektronikerin, was eine positive Entwicklung darstellt. Diese Entwicklungen sind von großer Bedeutung, um das Handwerk auch in Zukunft wettbewerbsfähig und attraktiv zu machen.
Insgesamt verdeutlicht die Preisverleihung, wie wichtig handwerkliche Qualität und innovative Ideen in Hamburg sind. Der Hamburger Handwerkspreis, der vom Handwerkskammer und der Hamburger Sparkasse seit 12 Jahren verliehen wird, feiert nicht nur die Tradition des Handwerks, sondern auch den unverzichtbaren Beitrag junger Unternehmer und Unternehmerinnen, die frischen Wind in die Branche bringen.
Für alle Interessierten gibt es mehr Informationen zu den Preisträgern und den aktuellen Entwicklungen im Handwerk auf den Websites der MOPO sowie der Eimsbütteler Nachrichten und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.