Heute ist der 26.03.2026 und die Vorbereitungen für das bevorstehende Referendum zur Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 laufen auf Hochtouren. Am 31. Mai 2026 haben die wahlberechtigten Bürger Hamburgs die Möglichkeit, über diese bedeutende Entscheidung abzustimmen. Wahlbriefe werden ab dem 24. April 2026 verschickt, und wahlberechtigt sind alle Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und seit mehr als drei Monaten in Hamburg wohnen. Damit die Bewerbung erfolgreich ist, müssen mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben werden und die Ja-Stimmen müssen mindestens ein Fünftel der Wahlberechtigten ausmachen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September 2026 entscheiden, welche Stadt als deutscher Olympia-Kandidat ausgewählt wird. Neben Hamburg gibt es auch Bewerbungen aus München, Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet.
Hamburg plant, 85 Prozent der Sportstätten in einem Radius von etwa sieben Kilometern zu errichten. Die geplanten Sportstätten umfassen unter anderem den Olympiapark mit verschiedenen Arenen für Leichtathletik, Schwimmen und Basketball, sowie das Heiligengeistfeld für Beachvolleyball und BMX-Freestyle. Auch das Millerntorstadion soll für Hockeyspiele genutzt werden, während die Alster einen besonderen Platz für Basketball und Padel einnimmt. Die Messe Hamburg wird eine Vielzahl an Wettkämpfen, darunter Boxen und Judo, beherbergen. Um die Olympischen Spiele finanziell zu stemmen, erwartet Hamburg Kosten von 4,8 Milliarden Euro, jedoch auch Einnahmen von 4,9 Milliarden Euro, was einen Gewinn von 100 Millionen Euro bedeutet. Diese Einnahmen sollen durch TV-Verträge, Sponsoren und Ticketverkäufe generiert werden. Bedenklich ist jedoch, dass die Sicherheitskosten in diesen Berechnungen noch nicht enthalten sind und der Bund bislang keine feste Summe zugesagt hat. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in den Eimsbütteler Nachrichten hier.
Das Bewerbungskonzept
Das Bewerbungskonzept für die Olympischen Spiele wurde auf dem Grobkonzept aus Mai 2025 und einer Bürgerbeteiligung im November 2025 basierend entwickelt. Es umfasst zwei zentrale Cluster: „Olympic Park City“ und „Olympic Park Altona“. Insgesamt sind 20 von 33 Wettkampfstätten im Hamburger Stadtgebiet geplant, wobei 17 davon innerhalb von 7 km um das Heiligengeistfeld liegen. Das Olympische Dorf soll in der Science City Bahrenfeld entstehen und nach den Spielen als Wohnraum für etwa 9.000 Menschen dienen. Es ist vorgesehen, dass 56% der Wohnungen geförderte Mietwohnungen sind, sodass nach den Spielen ein langfristiger Nutzen für die Stadt entsteht.
Zusätzlich sind rund 100 Trainingsstätten geplant, die modernisiert werden sollen, um auch Schulen und Vereinen zugutekommen. Das Konzept beinhaltet auch Public Viewings, kulturelle Veranstaltungen und Mitmachangebote für die Bürger. Eine Million Tickets in der günstigsten Kategorie sollen für Hamburger bereitgestellt werden, und es gibt ein kostenfreies Kontingent für Ehrenamtliche sowie Menschen mit geringem Einkommen. Weitere Details zu den Planungen finden sich auf der offiziellen Webseite der Stadt Hamburg hier.
Ein Blick in die Zukunft
Die Entscheidung über die Olympiabewerbung wird nicht nur die sportliche Landschaft Hamburgs prägen, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die Infrastruktur und das soziale Miteinander in der Stadt haben. Die geplanten Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel und die Umwelt sind Teil eines Mobilitätskonzepts, das einen umweltfreundlichen Zugang zu den Wettkampfstätten fördern soll. Mit der Schaffung von temporären und nachnutzbaren Sportstätten soll zudem eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen sichergestellt werden.
Insgesamt zeigt das Konzept, wie Hamburg seine sportlichen Ambitionen mit ökologischen und sozialen Aspekten verbinden möchte. Die Bürger sind nun aufgefordert, sich an diesem historischen Prozess zu beteiligen und ihre Stimme abzugeben, um die Zukunft der Stadt aktiv mitzugestalten.



