Der Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge im Grindelviertel von Hamburg nimmt Formen an. Neulich fand die erste öffentliche Diskussion über die dazugehörigen Baupläne im Bezirksamt Eimsbüttel statt. Über 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um mehr über den neuen Entwurf zu erfahren, der vom Leipziger Büro Schulz und Schulz sowie von Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten gestaltet wurde. Anwohner stellten Fragen und äußerten ihre Bedenken, besonders in Bezug auf den Abriss des ehemaligen Hochbunkers, der auf dem Joseph-Carlebach-Platz steht und als notwendig erachtet wird, um Platz für die Synagoge zu schaffen. Tagesschau berichtet, dass …

Einer der Anwohner schlug gar vor, die neue Synagoge direkt auf dem Hochbunker zu errichten, was jedoch von Vertretern der jüdischen Gemeinde vehement abgelehnt wurde. Ein Mitglied der Gemeinde betonte, dass der Abriss des vom NS-Regime errichteten Bunkers unabdingbar sei, woraufhin es im Publikum Beifall gab.

Ein Entwurf mit Tiefe und Bedeutung

Der siegreiche Entwurf verbindet moderne Architektur mit der neoromanischen Bauweise der 1906 erbauten Synagoge und soll einen Höhepunkt mit einer Glaskuppel erreichen. Geplant sind zwei Stockwerke, unter anderem ein Betsaal für 600 Personen sowie ein Gemeindesaal. Die neuen Räumlichkeiten sollen zusätzliche Einrichtungen wie ein Begegnungszentrum, eine Bibliothek und ein Café umfassen und so als pulsierendes Zentrum für die jüdische Gemeinschaft fungieren. Die Jüdische Allgemeine hebt hervor, dass …

Der neue Bau wird nicht nur als architektonisches Highlight betrachtet, sondern auch als symbolischer Sieg über die Zerstörung durch die Nationalsozialisten. Die Präsidentin der Bürgerschaft, Carola Veit, stellt die Rückgabe des Ortes an die jüdische Gemeinschaft als entscheidend dar, während Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank, die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz der Synagoge betont. „Dieses Projekt ist eine Herzensangelegenheit für viele Hamburger“, so Fegebank, die den Wiederaufbau als wichtigen Schritt sieht.

Erinnerungskultur in der Gegenwart

Die ursprüngliche Bornplatzsynagoge war eines der größten jüdischen Gotteshäuser in Deutschland und wurde 1938 bei den Novemberpogromen zerstört. Ein Bodenrelief sowie Funde aus der alten Synagoge sollen in den Neubau integriert werden, um die Erinnerung an die Geschichte lebendig zu halten. Dieses Vorhaben reiht sich in die zahlreichen Aktivitäten ein, die zur Förderung des jüdischen Lebens und der Erinnerung an die Vergangenheit beitragen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt der TU Darmstadt zur Rekonstruktion historischer Synagogen, welches über den reinen Bau hinausgeht und das Ziel hat, jüdisches Leben sichtbar zu machen und zur Erinnerungskultur beizutragen. Die TU Darmstadt betont, dass …

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Wann genau der Hochbunker abgerissen wird und der Bau der neuen Synagoge beginnen kann, ist noch nicht festgelegt. Doch die Begeisterung und die Vorfreude auf den Wiederaufbau sind bei vielen Bürgern und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde spürbar. Der Ruf nach einem Ort der Begegnung und des friedlichen Zusammenlebens ist lauter denn je – und die Bornplatz-Synagoge soll ein essenzieller Teil davon werden.