Am 26. Dezember 2025 hat der „Tatort“ mit dem München-Fall „Das Verlangen“ zur ungewohnten Sendezeit ein denkbar schwaches Resultat erzielt. Mit nur 5,13 Millionen Zuschauern war dies die niedrigste Zuschauerzahl für einen neuen „Tatort“ im Jahr 2025, wie Promiflash berichtet. Noch bedrückender wird die Bilanz, wenn man einen Blick auf den letzten regulären Sonntagskrimi des Jahres wirft: „Murot und der Elefant im Raum“, der nur 4,95 Millionen Zuschauer erreichte und somit ebenfalls die 5-Millionen-Marke unterschritt.

Trotz dieser tiefen Zuschauerzahlen konnte der München-Krimi am Freitag mit einem Marktanteil von 21,6 Prozent glänzen und war die meistgesehene Sendung des Abends. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag die Zuschauerzahl bei 0,53 Millionen und der Marktanteil bei 11,7 Prozent. Im Vergleich dazu erzielte „Murot und der Elefant im Raum“ am Sonntag einen Marktanteil von 19,6 Prozent im Gesamtpublikum und war ebenfalls die Nummer eins in der Primetime. Bei der jüngeren Zuschauergruppe lag die Anzahl bei 0,79 Millionen und der Marktanteil bei 15,2 Prozent.

Niedrige Quoten im klassischen Krimigenre

Trotz der aktuell mageren Zahlen kann der „Tatort“ auf eine lange Tradition und Beliebtheit zurückblicken. Seit seiner Erstausstrahlung im Jahr 1970 hat diese Krimireihe über 1.200 Episoden hervorgebracht und ist damit die älteste Krimireihe im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 2024 konnten die neuen „Tatort“-Krimis im Durchschnitt etwa 8,53 Millionen Zuschauer erreichen, was einem stabilen Wert im Vergleich zu den vergangenen Jahren entspricht, so Statista.

In der letzten TV-Saison sorgte der Münster-„Tatort“ mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl, der den Fall „Die Erfindung des Rades“ präsentierte, für Furore. Mit 12,2 Millionen Zuschauern war diese Episode einer der erfolgreichsten Krimis des Jahres. Besonders spektakulär war die April-Ausgabe „Fiderallala“, die mit 12,5 Millionen Zuschauern die höchste Zuschauerzahl erzielte.

Rückblick auf die Zuschauerentwicklung

Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen ernüchternd, doch in der Breite betrachtet, hat der „Tatort“ in den Jahren zuvor eine starke Leistung gezeigt. Im Jahr 2024 war die Einschaltquote mit rund 27,3 Prozent die höchste seit 1999. Die erfolgreichste Einzel-Episode war „Unter Gärtnern“ mit 13,32 Millionen Zuschauern, die auch die Spitze der Zuschauerzahlen erklomm. Ein Blick auf die Quoten vergangener Jahre zeigt, dass zwischen 2014 und 2015 fast jede Folge die 10-Millionen-Marke übersprang, mit einer Zuschauerdurchschnittszahl von rund neun Millionen zwischen 2019 und 2022, wie Digital Fernsehen dokumentiert.

Generell scheinen die Zuschauer bei der klassischen Krimireihe jedoch noch stärker zu schwanken. Auch wenn der „Tatort“ von stabilen Zuschauerzahlen im vergangenen Jahr profitieren konnte, bleibt abzuwarten, wie sich die Quoten in Zukunft entwickeln werden. Ist das Interesse an modernen Krimiformaten möglicherweise gleichzeitig ein Signal für eine veränderte Zuschauerlandschaft?