In Hamburg tut sich was im Bereich der Leseförderung! An verschiedenen Standorten der Bücherhallen haben sich tierische Unterstützer eingefunden, um Kindern das Lesen zu erleichtern. Ein tolles Beispiel für diese innovative Methode ist die Mitarbeiterin Dajana Dräger, die in der Bücherhalle Hamburg-Lokstedt mit ihrem Lesehund Juna dafür sorgt, dass Kinder beim Vorlesen viel Freude empfinden. Ihre Beobachtungen zeigen, dass Kinder sich beim Lesen mit Hunden oft viel offener zeigen, was das Lernen erheblich erleichtert. Die entspannte Atmosphäre fördert das Vertrauen und die Motivation der jungen Leser:innen, ohne dass sie von anderen Gästen bewertet werden. Laut taz.de haben die Kinder die Möglichkeit, persönliche Ziele zu erreichen, indem sie Juna vorlesen.
Die Leseförderung findet in halbstündigen Einheiten statt und ist speziell darauf ausgelegt, Überforderung zu vermeiden. Mit einem willkommenen Ritual zu Beginn, bei dem die Hunde mit Leckerlis belohnt werden, entsteht sofort eine freundliche, entspannte Stimmung. Nach dem Vorlesen können die Kinder mit ihren vierbeinigen Freunden spielen – zum Beispiel mit einem Chipspiel oder einem kleinen Parcours für sportliche Aktivitäten. Dräger hat das Konzept der Leseförderung mit Hunden selbst initiiert und gehört auch einem Lesehundverein an, der solche engagierten Vorhaben unterstützt.
Neuer Lesehund Fiete in Altona
Ab Januar 2026 gibt es eine zusätzliche Unterstützung für die Hamburger Kinder: Den Lesehund Fiete, der in der Bücherhalle Altona sein Unwesen treibt. Der vierjährige Lesehund bringt eine ruhige und freundliche Art mit, die die Lesemotivation bei den Kindern boostet. Fiete wird von Birk Grüling, einem ehrenamtlichen Helfer, begleitet, der auch als Journalist und Autor aktiv ist. In dieser neuen Initiative können bei jedem Termin vier Kinder gleichzeitig teilnehmen, wobei jedes Kind insgesamt sechs Termine von jeweils 15 Minuten hat. Laut buecherhallen.de soll dieses Angebot dazu beitragen, den Zugang zum Lesen weiter zu erleichtern und die Freude daran nachhaltig zu fördern.
In der Bücherhalle Lokstedt gibt es bereits das ähnliche Vorleseangebot mit Juna und Mogli, während in der Bücherhalle Elbvororte der Border Collie Ivy einmal wöchentlich im Einsatz ist. Diese Veranstaltungen sind keine Einzelfälle; in Deutschland haben immer mehr Einrichtungen erkannt, wie effektiv hundgestützte Leseförderung sein kann. Die positiven Erfahrungen zeigen, dass Grundschulkinder oftmals leichter Lesen lernen, wenn sie tierische Unterstützung genießen. So berichtet auch stiftunglesen.de, dass gut ausgebildete Mensch-Hund-Teams in diesem Bereich optimal wirken können.
Was ist nötig für eine erfolgreiche Leseförderung?
Es gibt jedoch auch Anforderungen an die Mensch-Hund-Teams. Die Hunde müssen eine hohe Reizschwelle haben und gut sozialisiert sein. Ein Wesenstest ist oft notwendig, um die Eignung der Hunde zu prüfen. Dräger wurde in ihrer Arbeit von der Hundebesuchsausbildung inspiriert, die ursprünglich für Altenheime gedacht war, aber wegen der Pandemie nicht stattgefunden hat. Dieses besondere Angebot zur Leseförderung garantiert, dass Kinder in einer wertfreien Umgebung – ohne Druck und Bewertung – lesen und dabei Spaß haben können.