In der Bücherhalle Hamburg-Lokstedt wird Leseförderung auf eine besonders einfühlsame Art und Weise angeboten. Dajana Dräger, eine engagierte Mitarbeiterin, hat zusammen mit ihrem Hund Juna ein innovatives Konzept entwickelt, das Kindern das Lesen näherbringt. Der Clou? Die Kinder lesen nicht nur, sie lesen einem Hund vor. Diese Methode hat sich als äußerst effektiv erwiesen, denn Kinder öffnen sich besser, wenn sie mit einem Hund lesen. In einem separaten Leseraum, fernab vom Trubel anderer Gäste, können die Kinder in Ruhe ihre Bücher auswählen und dabei persönliche Ziele erreichen. Ganz ohne Bewertung durch die Hunde fühlen sie sich sicher und geborgen, was das Lesen für sie zu einem positiven Erlebnis macht. Diese Leseförderung findet in halbstündigen Einheiten statt, um eine Überforderung zu vermeiden.

Ein Willkommensritual zu Beginn jeder Einheit sorgt dafür, dass auch die Hunde mit Leckerlis empfangen werden. Nach dem Vorlesen können die Kinder mit den Hunden spielen, was den Spaßfaktor erhöht. Ein besonderes Highlight ist ein Chipspiel, bei dem der Hund mit dem Kind interagiert. Am Ende jeder Sitzung wartet ein Parcours auf die Kinder, in dem sie sich gemeinsam mit Juna sportlich betätigen können. Die Ausbildung von Lesehunden erfordert Grundgehorsam und einen Eignungstest, doch Drägers Hund hat eine Besuchshundausbildung absolviert, wodurch dieser Test entfiel. Ursprünglich war die Hundebesuchsausbildung für Altenheime geplant, musste jedoch aufgrund von Corona abgesagt werden. So initiierte Dräger die Leseförderung in den Bücherhallen, die mittwochs und freitags von 16:00 bis 17:00 Uhr kostenlos angeboten wird. Aufgrund des großen Andrangs gibt es bereits eine Warteliste für interessierte Kinder. Dräger ist zudem Mitglied in einem Lesehundverein und hat das Konzept stetig angepasst. Mehr Informationen über diese faszinierende Methode finden Sie in einem Artikel der taz.

Erweiterung des Lesehunde-Angebots

Ab Januar 2026 wird das Lesehunde-Angebot in den Bücherhallen Hamburg um einen weiteren Lesehund, Fiete, erweitert. Der vierjährige Lesehund wird in der Bücherhalle Altona eingesetzt und hat eine ruhige und freundliche Art, die die Lesemotivation junger Leserinnen und Leser stärken soll. Fiete ist speziell ausgebildet, um eine entspannte und wertfreie Atmosphäre zu bieten. Begleitet wird er von Birk Grüling, einem ehrenamtlichen Helfer, der Journalist und Autor ist. Grüling schreibt unter anderem Kinderbücher und bildet sich als Literaturpädagoge weiter. Fiete wird jeden Dienstag von 15:30 bis 17:00 Uhr in der Bücherhalle Altona aktiv sein. Pro Termin können vier Kinder gleichzeitig teilnehmen, wobei jedes Kind insgesamt sechs Termine von jeweils 15 Minuten hat. In der Bücherhalle Lokstedt gibt es bereits ein ähnliches Vorleseangebot mit den Hunden Mogli und Juna, und in der Bücherhalle Elbvororte ist seit dem letzten Sommer der Border Collie Ivy einmal wöchentlich im Einsatz. Diese Angebote sollen den Kindern den Zugang zum Lesen erleichtern und die Lesefreude nachhaltig fördern. Erfahrungen zeigen, dass Grundschulkinder in Hamburg mit tierischer Unterstützung leichter Lesen lernen. Weitere Details sind in der Pressemitteilung der Bücherhallen Hamburg zu finden.

Die Bedeutung von hundgestütztem Lesen

Hundgestütztes Lesen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und findet immer mehr Anklang. Die Mensch-Hund-Teams, die in diesem Bereich tätig sind, müssen gut ausgebildet sein. Lehrkräfte, die ihren Hund in die tägliche Arbeit integrieren möchten, müssen dabei andere Vorgaben erfüllen als ehrenamtlich Tätige. Wichtige Eigenschaften für die Menschen in diesen Teams sind Empathie, Flexibilität und Kreativität. Auch die Hunde müssen gerne mit verschiedenen Menschen interagieren und eine hohe Reizschwelle haben. Ein Wesenstest kann Aufschluss über die Eignung des Hundes geben. In Deutschland bieten immer mehr Institute Ausbildungen für Mensch-Hund-Teams an, wobei sich die Ausbildungen in Umfang, Dauer und Niveau unterscheiden. Es kann jedoch herausfordernd sein, das passende Angebot zu finden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Stiftung Lesen.