Die Amsinck-Villa in Hamburg-Lokstedt, ein historisches Kleinod aus dem Jahr 1868, steht erneut im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Geplant war es, die Villa schon vor Jahren für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, doch der derzeitige Mieter, die Ballin-Stiftung, hat dies bislang nicht umgesetzt. Ein neuer Anlauf zur Öffnung steht jedoch in Aussicht, wie NDR berichtet.

Die Ballin-Stiftung, die seit 2012 die historische Villa angemietet hat, kündigte nun an, einen Teil des Gebäudes für Veranstaltungen zu öffnen. Im Erdgeschoss steht ein 40 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung, der Platz für bis zu 30 Personen bietet. Doch die anhaltende Kritik aus der Bezirkspolitik zeigt, dass viele Bürger und Parteien die Einhaltung der 2012 gegenüber der Vermieterin Saga eingegangenen Verpflichtung zur öffentlichen Zugänglichkeit der Villa fordern. Vor allem die SPD-Bezirksfraktion Eimsbüttel äußert Unmut über die Verzögerungen.

Geschichte und Sanierung

Die Amsinck-Villa wurde im Auftrag des Kaufmanns Wilhelm Amsinck von dem renommierten Architekten Martin Haller errichtet. Der eindrucksvolle Bau, inmitten des 5,9 Hektar großen Amsinck-Parks, steht seit 1993 unter Denkmalschutz. Der Park selbst wurde 1956 von der Stadt Hamburg übernommen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie die SPD-Fraktion Eimsbüttel erläutert.

In den letzten Jahren war die Villa oft leer und verzeichnete einen zunehmenden Verfall. Seit 2012 wurden c.a. 650.000 Euro in die Sanierung investiert, darunter 500.000 Euro von der Hamburgischen Bürgerschaft für ein Nutzungskonzept. Die Ballin-Stiftung plant, ein Nutzungskonzept auszuarbeiten, was jedoch bislang nicht umgesetzt wurde. Dies hat zu einer gewissen Frustration in der Politik und unter den Anwohnern geführt.

Politische Bestrebungen und Ängste um Neubau

Die lokale Kommunalpolitik setzt sich für eine stadtteilverträgliche Nutzung der Villa ein und befürchtet den Verfall des Gebäudes. Zuletzt hat der Regionalausschuss Lokstedt seine Unterstützung für die Villa bekräftigt und schlägt vor, der Bezirksversammlung Eimsbüttel maximale 150.000 Euro für die Sanierung bereitzustellen, gekoppelt an die Sicherstellung zusätzlicher Landesmittel. Das Thema ist mittlerweile auch in den Regionalausschuss zurückgekehrt; 2010 und noch einmal im Oktober 2023 wurde ein öffentlich zugängliches Nutzungskonzept gefordert.

Doch nicht nur die Politik ist besorgt – Anwohner und Bezirkspolitiker haben Angst, dass im Rahmen von Neubauprojekten das historische Gebäude weichen könnte. Während die Diskussionen weitergehen, hat die Ballin-Stiftung angeboten, Ideen und Wünsche für die zukünftigen Veranstaltungen entgegenzunehmen.

Der Weg in die Zukunft

In der Amsinck-Villa wird aktuell zudem über die Nutzung als Kita nachgedacht, für die bereits Klärungen mit dem Denkmalschutzamt getroffen wurden. Es ist zu hoffen, dass die jahrelangen Planungen und Diskussionen bald Früchte tragen werden und die Villa sowie der angrenzende Park wieder zu einem lebendigen Teil des Stadtteils werden können. Denkmalverein weist darauf hin, dass zahlreiche klassizistische Elemente der Villa erhalten und restauriert wurden, um den historischen Charme zu bewahren.