In Hamburg ist die Verkehrssituation für Schulwege seit jeher ein heiß umstrittenes Thema. Diese Woche wurde ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit am Fußgängerüberweg Gärtnerstraße/Wrangelstraße gelegt. Am Donnerstagmorgen versammelten sich rund 600 Eltern und Kinder, um auf die bestehenden Herausforderungen hinzuweisen und ein Zeichen für sichere Schulwege zu setzen. Die Teilnehmer machten auch unmissverständlich klar: Hier muss sich etwas ändern.
Aktuelle Ampelphasen von lediglich 14 Sekunden für Fußgänger stellen laut den Eltern ein großes Problem dar. Viele berichten von Schwierigkeiten, die Straße rechtzeitig zu überqueren. Diese Kritik wird durch die Tatsache untermauert, dass nach polizeilichen Überprüfungen keine häufigen Rotlichtverstöße oder Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt wurden. Auch wenn die Ampel verkehrsabhängig gesteuert wird, sind die Forderungen nach längeren Grünphasen und zusätzlichen Warnschildern für Autofahrer nicht von der Hand zu weisen. Eltern regen darüber hinaus an, baulich abgetrennte Radwege und spezielle Fahrradampeln einzuführen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Schulwegsicherheit im Fokus
Die Schulwegsicherheit ist in Deutschland ein stets relevantes Thema, da sie nicht nur den Straßenverkehr umfasst, sondern auch soziale Gefahren wie Gewalthandlungen unter Schülern. Statistiken zeigen, dass die Unfallzahlen im Schulverkehr seit den 1970er Jahren gesunken sind, dennoch sind Kinder nach wie vor gefährdet. Bereits im ersten Halbjahr 2025 stieg die Zahl der Schulwegunfälle im Vergleich zum Vorjahr um rund 5%, was auf 42.303 Unfälle hinweist. Neun von zehn Eltern stufen den Schulweg ihres Kindes als relativ sicher ein, obwohl ständige Gefahren durch den Autoverkehr bestehen bleiben. Diese Erkenntnisse stammen aus dem DGUV Barometer Bildungswelt 2025, wie bildungsklick.de berichtet.
Ein besonders besorgniserregendes Detail ist, dass in der Zeitspanne von 2022 bis 2025 an der besagten Kreuzung 34 Verkehrsunfälle registriert wurden, darunter zehn mit Personenschaden. Unter diesen Unfällen waren auch zwei, die Fußgänger betrafen. Die Bezirksvertretung, einschließlich Politiker von den Grünen und der Linken, war vor Ort und bestätigte den Handlungsbedarf. Obwohl Verbesserungsvorschläge diskutiert wurden, liegen bisher keine aktuellen Anträge in der Bezirksversammlung vor.
Gemeinschaftliche Anstrengungen für sichere Schulwege
Eltern übernehmen zunehmend Verantwortung für die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Der Begriff „Schulwegsicherheit“ beschreibt nicht nur das Risiko im Straßenverkehr. Auch die Kooperation zwischen Schulen, Eltern und Behörden ist entscheidend. Ein Drittel der befragten Eltern hat bereits gefährliche Situationen auf dem Schulweg erlebt. Darüber hinaus bemerken 44% der Eltern und 49% der Lehrkräfte eine Zunahme der Kinder, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden – ein Umstand, der nicht ohne Folgen für die Verkehrssicherheit bleibt.
- 34 Verkehrsunfälle an der Gärtnerstraße/Wrangelstraße zwischen 2022 und 2025
- Zwei Unfälle betrafen Fußgänger
- Der Autoverkehr bleibt die größte Gefährdung für Kinder auf dem Schulweg
Der Expertenrat fordert deshalb verstärkt Maßnahmen zur Verringerung der Gefahren und die Förderung eigenverantwortlicher Schulwege – denn wie heißt es so schön? Sicherheit geht vor!
Mit diesen Anreizen und der aktiven Teilnahme der Anwohner wird die Hoffnung genährt, dass die Sicherheit am Gärtnerstraße/Wrangelstraße bald für alle Beteiligten verbessert werden kann. Um der Gefahrenlage einen Riegel vorzuschieben, bedarf es vor allem effektiver und pragmatischer Lösungen, die von allen Seiten unterstützt werden.
Die Maßnahmen, die jetzt angestoßen werden, könnten den Grundstein für eine sichere Schulumgebung in Hamburg legen und wären möglicherweise der Beginn von etwas Großem, was sich über die Stadtgrenzen hinaus als Vorbild für andere Regionen erweisen könnte.