Die Situation der Geflüchteten in Hamburg bleibt auch im Jahr 2026 angespannt, trotz eines Rückgangs ihrer Zahl. Die Stadt hat in den letzten Monaten reagiert und plant, fünf neue Unterkünfte mit insgesamt 465 Plätzen zu schaffen. Besonders hervorzuheben ist die größte dieser Unterkünfte, die mit 250 Betten in der Tangstedter Landstraße 81 entstehen soll und bis Ende des Jahres fertiggestellt werden soll. Ein weiterer Standort in Altona, der 160 Plätze bieten wird, soll bereits im Oktober bereitstehen. Auch in Lohbrügge werden Ende April 22 Plätze am Rosa-Schapire-Weg zur Verfügung stehen, während eine Unterkunft am Sander Damm im Herbst fertiggestellt werden soll. Zudem sind 33 Plätze für einen geschützten Lebensabend beim Pik As geplant.
Auf der anderen Seite werden zwei Hotels, das NH Hotel in Horn und das Hotel The Niu Yen in Rothenburgsort, mit insgesamt 500 Plätzen geschlossen, sodass die Aufnahme von Geflüchteten dort im Frühjahr endet. Auch die Notunterkunft in der Kieler Straße (Stellingen) wird Ende des Jahres geschlossen. Diese Entwicklungen sind Teil der Bemühungen der Stadt, die Platzsituation für Geflüchtete zu verbessern, auch wenn die Kosten für die Unterbringung in Hotels, die rund 81 Euro pro Tag pro Platz betragen, etwa doppelt so hoch sind wie in regulären Unterkünften.
Aktuelle Auslastung der Unterkünfte
Die Hamburger Flüchtlingsunterkünfte sind nach wie vor stark ausgelastet. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die Stadt die Kapazitäten zur Unterbringung von Geflüchteten aufgestockt. Ende des vergangenen Jahres hatte die Stadt 62 Hotels und Hostels angemietet, die Platz für bis zu 6629 Menschen bieten. Aktuell sind rund 5200 Menschen in diesen Hotels untergebracht, wobei etwa 90 Prozent von ihnen aus der Ukraine stammen. Weitere Herkunftsländer der Geflüchteten sind Afghanistan, Iran und Syrien.
Die Sozialbehörde plant langfristig, wieder auf reguläre Unterkünfte zu setzen, da die Unterbringung in Hotels nicht nur teuer, sondern auch nicht die nachhaltigste Lösung darstellt. Einige Verträge für die Hotels sind in diesem Jahr bereits ausgelaufen, und am 30. November 2026 gab es noch 52 Standorte, die Geflüchtete beherbergen.
Kritik und Herausforderungen
Die Schließung von Flüchtlingshilfe Harvestehude ist auf Kritik gestoßen, da neue Plätze für 270 Bewohner gefunden werden müssen. Diese Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Hamburg steht, um den Bedürfnissen der Geflüchteten gerecht zu werden. Der Standort des Containerdorfes Schiedekoppel 30 in Niendorf wird Ende Juli geschlossen, und die Bewohner sollen in feste Unterkünfte umziehen, während die Unterkunft an der Schmiedekoppel 29 bestehen bleibt.
Die finanziellen Aspekte der Unterbringung sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Von Januar bis Oktober 2025 fielen rund 74,7 Millionen Euro für die Unterbringung in Hotels und Hostels an, während für Verpflegung in Form von Catering im selben Zeitraum rund 62,1 Millionen Euro ausgegeben wurden. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, eine nachhaltige Lösung für die Unterbringung von Geflüchteten zu finden.
Die Entwicklungen in Hamburg zeigen, dass trotz einer sinkenden Zahl von Geflüchteten die Platzsituation angespannt bleibt. Die Stadt arbeitet an Lösungen, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird.