Die Unterbringung von Geflüchteten in Hamburg steht ganz oben auf der Agenda, besonders angesichts der angespannnten Platzsituation in der Stadt. Aktuell sind rund 5200 Menschen in den Hamburger Hotels untergebracht, wobei die meisten – etwa 90 Prozent – aus der Ukraine stammen. Die Stadt hat seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ihre Anstrengungen zur Unterbringung deutlich erhöht. Bis Ende letzten Jahres waren darüber hinaus 62 Hotels und Hostels gemietet worden, die Kapazitäten für bis zu 6629 Menschen boten. Ein Großteil dieser Verträge läuft jedoch in diesem Jahr aus, was die Lage zusätzlich kompliziert. So berichtet die Mopo, dass einige Standorte bereits geschlossen oder ihre Aufnahme von Geflüchteten beenden werden.
Die Stadt plant langfristig eine Rückkehr zu regulären Unterkünften, denn die Unterbringung in Hotels ist doppelt so teuer wie in den herkömmlichen Einrichtungen. Ein Hotelzimmer zur Unterbringung kostet täglich rund 81 Euro, was monatlich auf etwa 2500 Euro pro Platz hinausläuft. Von Januar bis Oktober 2025 summieren sich die Kosten für die Unterbringung in Hotels und Hostels auf etwa 74,7 Millionen Euro. Für Verpflegung in Form von Catering wurden im gleichen Zeitraum rund 62,1 Millionen Euro ausgegeben. Die Focus weist darauf hin, dass die Schließung von zwei großen Hotels mit insgesamt 500 Plätzen, dem NH Hotel in Horn und dem Hotel The Niu Yen in Rothenburgsort, für das Frühjahr geplant ist.
Neue Unterkünfte in Sicht
Um der kritischen Lage entgegenzuwirken, plant die Stadt die Errichtung neuer Unterkünfte. Fünf neue Standorte mit insgesamt 465 Plätzen sollen entstehen. Die größte neue Unterkunft, die an der Tangstedter Landstraße 81 entsteht, wird 250 Betten bieten und voraussichtlich Ende des Jahres fertiggestellt sein. Ein weiterer Standort mit 160 Plätzen in Altona wird im Oktober bereitstehen, während in Lohbrügge Ende April 22 Plätze am Rosa-Schapire-Weg geschaffen werden. Auch wenn der Platzbedarf hoch ist, werden dennoch rund 70 weitere Standorte geprüft, um zukünftig genutzt zu werden.
Die Stadt hat sich außerdem entschlossen, die Notunterkunft in der Kieler Straße in Stellingen bis Ende des Jahres zu schließen. Der Standort des Containerdorfes Schiedekoppel 30 in Niendorf wird Ende Juli geschlossen, mit dem Ziel, die dort untergebrachten Personen in feste Unterkünfte umzusiedeln. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die Schließung der Flüchtlingshilfe Harvestehude auf Kritik stößt, da insgesamt 270 neue Plätze gefunden werden müssen. Um diese Herausforderungen zu meistern, wird die Sozialbehörde weiterhin an Lösungen arbeiten, die sowohl die Kosten senken als auch den Bedürfnissen der Geflüchteten gerecht werden.