Ein Jahr nach der Vorstellung des Landespsychiatrieplans in Hamburg zieht die CDU eine ernüchternde Bilanz. Der Plan, der zum Ziel hat, die Hilfe für suchtkranke und gewalttätige Menschen sowie für Personen mit schweren psychischen Störungen zu verbessern, zeigt, dass von den 25 vorgesehenen Maßnahmen bisher nur zwei vollständig umgesetzt wurden. Dazu gehört unter anderem die Eröffnung einer neuen Wohnunterkunft für psychisch kranke Frauen. So berichtet NDR.

Die CDU übt zudem Kritik am langsamen Fortschritt beim Aufbau der gemeindepsychiatrischen Verbünde, die eine zentrale Rolle im Plan spielen sollen. Diese Verbünde sollen besser vernetzte Hilfe anbieten, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Runden Tische in sieben Bezirken sollen Psychiatrien, Sucht- und Wohnungslosenhilfe sowie niedergelassene Ärzte zusammenbringen, um verbindliche Hilfepläne für schwerstkranke Menschen zu erstellen. Hierbei sind die Unterstützung und der Dialog mit den Betroffenen besonders wichtig.

Gut gemeint, aber …

Die kritische Einschätzung kommt nicht von ungefähr. Viele Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen haben oft Schwierigkeiten, sich in den bestehenden Versorgungssystemen zurechtzufinden. Complexe Hilfen sind notwendig, da diese Personen häufig nicht in der Lage sind, selbständig psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungen zu organisieren. Die Regelversorgung trifft bei ihnen oft nicht den Nerv, was schließlich in kostenintensiven Klinikaufenthalten mündet. Diese Lücken, so weist Hamburg.de hin, möchte der Psychiatrieplan schließen.

Ein zentrales Anliegen des Plans ist die Verbesserung der Erreichbarkeit für schwer psychisch erkrankte Patienten. Geplant sind sieben Gemeindepsychiatrische Verbünde (GPV), die helfen sollen, dass niemand durchs Raster fällt. Durch gezielte Aufsuchende Versorgungseinheiten, auch bekannt als Home-Treatment, soll eine bessere Betreuung realisiert werden. Darüber hinaus werden Dezentrale forensische Institutsambulanzen geschaffen, die niedrigschwellige Behandlungen anbieten.

Ein wichtiges Projekt

Die Sozialbehörde bewertet die Zwischenbilanz des Plans positiver und hebt hervor, dass zentrale Angebote mittlerweile gestartet oder in Arbeit sind. Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) gewährleistet, dass der Landespsychiatrieplan ein bedeutendes Projekt ist, insbesondere in Anbetracht der stark steigenden Patientenzahlen und der Zwangseinweisungen in der Psychiatrie. Auf dem Horizon stehen jährlich insgesamt rund 7 Millionen Euro im Hamburger Haushalt bereit, um die Maßnahmen umsetzen zu können.

In der Diskussion um den Fortschritt im Landespsychiatrieplan ist klar: Der Weg zur besseren und schnelleren Hilfe für psychisch kranke Menschen ist noch lang. Die Beschlüsse des Senats wurden im Januar 2025 gefasst, und die Bürgerschaft wird die Themen am 26. Februar 2025 zur Abstimmung vorgelegt bekommen.